Fernseh-Tipps

Fernseh-Tipps

Montag, 18. Oktober

arte, 9.55 Uhr
GEO Reportage
Die Bärenhunde von Nevada
Online verfügbar von 11/10 bis 17/11
Ein Bär auf der Veranda auf Futtersuche bei den Menschen. Das kann gefährlich werden – für Mensch und Tier. Damit solche Bären nicht abgeschossen werden müssen, hat sich Nevadas staatlicher Bären-Biologe Carl Lackey eine friedlichere Lösung ausgedacht: Er fängt sie ein und verpasst ihnen mit seinen Karelischen Bärenhunden einen solchen Schrecken, dass sie lange nicht wiederkommen. „GEO Reportage“ hat den Bären-Biologen bei seiner Arbeit begleitet. Es ist der Müll, der die Schwarzbären im US-Bundesstaat Nevada in die Siedlungen lockt. Wenn in der Natur das Futter knapp wird, finden sie hier immer etwas. Die Tiere flüchten meist, sobald sie auf Menschen treffen, doch ein Bär kann auch schon mal angreifen. Vielerorts werden Bären einfach abgeschossen, wenn sie den Menschen zu nahe kommen. Nevadas staatlicher Bären-Biologe Carl Lackey hat eine friedlichere Lösung gefunden, um die Bären auf Abstand zu halten. „GEO Reportage“ begleitet ihn, wie er sie einfängt und abseits der Siedlungen wieder frei lässt. Die wichtigsten Helfer dabei: seine Karelischen Bärenhunde. Sie jagen die Bären mit aggressivem Bellen wieder zurück in den Wald. Das Fenster ist ausgehebelt, der Kühlschrank hat Kratzer, die Bewohnerin ist aufgelöst. Ein Bär ist nachts in ihr Haus eingestiegen und hat Käse und Getränkedosen auf dem Fußboden verteilt. Eine bedrohliche Situation. Deshalb stellen Lackey und seine Mitarbeiterin eine Bärenfalle auf, in der ein Köder den Bären anlockt. Greift dieser danach, schnappt die Falle zu. Ein paar Nächte später sitzt schon ein 200-Kilo-Koloss in der Falle. Er darf zurück in die Freiheit, aber er soll lernen, die Menschen wieder als Gefahr wahrzunehmen und nicht als Nahrungsquelle. Diese Lektion verpassen ihm die Karelischen Bärenhunde. Der Bär ist in Panik, als er aus der Falle springt. Die Hunde hetzen ihn mit ihrem furchterregenden Gebell bis zum nächsten Baum. Dort klettert er hinauf. Er wird erst in Stunden wieder herunterkommen, völlig verängstigt, aber am Leben.

3sat, 18.00 Uhr
Herbst in den Nationalparks
Wildes Mecklenburg
Drei von 14 deutschen Nationalparks befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern: der Müritz-Nationalpark, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und der Nationalpark Jasmund. Der Serrahner Buchenwald im Müritz-Nationalpark und der Nationalpark Jasmund wurden 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Jedes Jahr im Herbst finden dort die eindrucksvollsten Naturschauspiele statt.
Im Müritz-Nationalpark buhlen stattliche Rothirsche um die Gunst der weiblichen Tiere und verteidigen ihren „Harem“ gegen Rivalen. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft findet die Hirschbrunft gar vor der traumhaften Kulisse der Küste statt. Außerdem werden beide Nationalparks im Herbst zu einem internationalen Drehkreuz, wenn Hunderttausende von Kranichen, Enten und Gänsen hier Zwischenstation machen. In den Lagunen der Ostsee – den Bodden – ist der größte Rastplatz für Kraniche in Mitteleuropa.

Donnerstag, 21. Oktober

arte, 19.40 Uhr
Re: Tatort Wald
In den Wäldern Rumäniens findet seit Jahrzehnten ein Kahlschlag von enormem Ausmaß statt – auch illegal in Nationalparks. Das Holz wird in alle Welt exportiert, obwohl gegen Rumänien ein Vertragsverletzungsverfahren seitens der EU läuft. Wie kann es sein, dass alle Anstrengungen nichts nützen und der Kahlschlag ungehindert weitergeht? Stecken mafiöse Strukturen dahinter? Umweltaktivisten wie der 35-jährige Horea Petrehus vermuten das. Der Bildhauer und Förster stellt sich gegen die zerstörerischen Profitjäger der Holzindustrie. Um die natürlichen Waldressourcen besser überwachen zu können, gründete Petrehus einen Verband für die Forschung der Habitate. Die meiste Zeit verbringt Petrehus in der Natur. Dabei weicht ihm Pedro, ein Hirschkalb, nicht von der Seite. Er hat es als verwaistes Kitz gefunden und großgezogen. Der Mann mit dem roten Bart kennt den Wald wie seine Westentasche und erkannte früh die dramatische Situation. Lebensräume für Bären, Hirsche, Wölfe, Wildschweine, diverse Vogelarten und viele kleine Lebewesen drohen zu verschwinden. Auch Gabriel Paun von der Umweltorganisation Agent Green hat sich der Rettung des rumänischen Urwalds verschrieben. Und er weiß, wie gefährlich dieses Engagement ist. Sechs Waldschützer sind bereits ermordet worden. Petrehus und Paun scheuen trotzdem keine Gefahr. Sie wollen vor allem das Bewusstsein der jungen Generationen für diese Naturressource schärfen. Denn es kommt auch auf uns als Verbraucher an. Es ist eben nicht egal, wo das Holz für die Möbel, Spanplatten oder Brennholz herkommt.

Freitag, 22. Oktober

NDR Fernsehen, 20.15 Uhr
die nordstory – Ab in den Wald!
Schleswig-Holstein ist mit nur elf Prozent Waldfläche das waldärmste Bundesland in Deutschland. Seit der Corona-Pandemie wird diese rare Fläche noch deutlicher sichtbar, denn immer mehr Menschen flüchten sich geradezu in die Wälder. Manche sind auf der Suche nach Erholung oder nach sportlichen Abenteuern auf dem Mountainbike. Das zunehmende Interesse am Wald spürt auch ein Jagdausbilder in Flensburg. Die Zahl der Jäger*innen steigt bereits seit Jahren. Vier beispielhafte Gruppen machen Waldbesuche. Eine davon wird vom Outdoorexperten, Erlebnispädagogen und Wildnislehrer Walter Mahnert geleitet. Gerade hat er den Auftrag, eine Handvoll junger Lehrerkräfte für drei Tage in den Forst der Hüttener Berge eintauchen zu lassen. Das kann entspannend sein für die jungen Pädagogen, die ihre Erfahrungen später in Norwegen weitergeben wollen, aber auch ungemütlich. Zwar sind hiesige Wälder keine Urwälder mehr, aber ein wenig unbezwungene Natur ist geblieben. Und die schätzen auch die Mountainbikefahrer Oliver König und Ian Hoesle. Die beiden wollen als Vorreiter für Gleichgesinnte sportlich auf ihre Kosten kommen, über natürliche Hindernisse springen und nicht planierten Boden erleben. Aber abseits der Forstwege ist das verboten. Sie kämpfen für einen legalen Trail in den Wäldern von Kiel. Das zunehmende Interesse am Wald spürt auch Jagdausbilder Michael Klinger in Flensburg. Die Zahl der Jäger*innen steigt bereits seit Jahren, darunter auch immer öfter Frauen wie seine Jagdschülerin Janine Frenzel. Sie möchte nicht nur jagen, sondern mit Kenntnis mehr Natur in ihr Leben lassen und Verantwortung übernehmen. Vor ihrem ersten Schuss hat sie Respekt. Und dann ist da noch Förster Karsten Tybussek, der eigentlich Bäume in Scharbeutz heranziehen soll, die kerzengerade sind. Schon längst setzt er sich allerdings für wilde Natur in seinem Wald ein. Nun muss er die größer werdende Zahl an Waldbesucher*innen in Schach halten.

Samstag, 23. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Waschbären-Party
Inzwischen ist Kassel die „deutsche Hauptstadt von Waschbären“, die sich nicht mehr vertreiben lassen, denn hier finden die intelligenten Tiere ideale Lebensbedingungen. Auch in anderen Bundesländern wird man künftig mit den geschickten und lernfähigen Kleinbären leben müssen. Für ihre Klugheit und die geschickten Pfoten wurden Waschbären schon in ihrer ursprünglichen Heimat, dem amerikanischen Kontinent, bewundert. Zahlreiche indianische Legenden ranken sich um die schwarz-weiße Zorro-Maske der Kleinbären, die für Dunkelheit und Licht, für das Diesseits und Jenseits stand und von verschiedenen Stämmen mit schwarz-weißer Gesichtsbemalung imitiert wurde. Aus dem indianischen Wort „Aroucun“ wurde das englische „Racoon“ für Waschbären. Da sie Allesfresser sind und bei uns kaum natürliche Feinde haben, sind sie in der deutschen „Waschbärenhauptstadt“ Kassel zu einer regelrechten Plage geworden. Die Einwohner versuchen sie abzuschrecken, indem sie ihre Öko-Tonnen abschließen und Elektrozäune auf ihre Dächer montieren, damit die immer hungrigen Kleinbären kein Chaos anrichten können. Denn gelangen sie erst einmal in eine Wohnung, wird dort eine zünftige Waschbärenparty gefeiert.

MDR Fernsehen, 13.15 Uhr
Unser Wild: Reh und Hirsch
Reh und Hirsch – für die einen sind sie begehrte Jagdtrophäen, für die anderen lästige Waldschädlinge. Über den richtigen Umgang mit Reh und Rotwild wird seit Jahrzehnten heftig gestritten. Der Rothirsch gilt als der „König der Wälder“ und seit Jahrhunderten ist der Rothirsch ein Politikum. Bis heute! Weil die Bauern für Schäden auf Feldern und Wiesen vom Jagdpächter Entschädigung fordern können, vertreiben die Jäger den „Schädling“ in den Wald. Dem „König des Waldes“, der eigentlich ein Steppentier ist, wird sein Reich aufgezwungen. Und er schädigt es: Mangels Gras fressen Rothirsche junge Bäume und schälen Rinde ab. Für das Rotwild kommt es aber noch schlimmer. Denn während Rehe bei uns überall frei herumlaufen können, dürfen Hirsche in Deutschland nur noch in eigens ausgewiesenen Rotwildbezirken leben. Lediglich in vier Bundesländern können die Hirsche sein, wo sie wollen. Die verbliebenen Reviere sind Inseln. Zwischen ihnen gibt es keine Verbindung. Wanderungen sind nicht möglich. Jeder Hirsch wird daran gehindert, seine Bezirksgrenze zu überschreiten – notfalls mit Waffen!Im Unterschied zum Rotwild passen sich Rehe gut an die durch den Menschen veränderte Landschaft an. Damit sind sie in der Lage, ständig neue Lebensräume zu besiedeln. Das Reh besiedelte ursprünglich Waldrandzonen und -lichtungen. Mittlerweile kommt es auch in offener, fast deckungsloser Agrarsteppe vor. Viele Probleme, die das Rotwild betreffen, gelten auch für die Rehe. Das Reh ist heute in Europa eine ausgesprochen häufige Art, mit zum Teil dramatischen Folgen: In einigen Regionen haben Rehe inzwischen eine so hohe Bestandsdichte erreicht, dass sie die natürliche Waldverjüngung verhindern. Aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden massenweisen Vermehrung des Borkenkäfers wird der Schutz der Wälder immer wichtiger. Vielerorts müssen die anfälligen Fichtenmonokulturen in widerstandsfähige Mischwälder umgewandelt werden. Doch in deutschen Wäldern können die heimischen Waldbäume überwiegend nur mit erheblichen Beeinträchtigungen nachwachsen. Verbissempfindliche Baumarten wie Eiche, Weißtanne, Bergahorn, Eibe u. a. kommen oft nur mit Schutzmaßnahmen hoch und sind aus vielen Wäldern bereits weitgehend verschwunden. Die verschiedenen Maßnahmen der Schadensbegrenzung werden jedoch sehr kontrovers gesehen. Sie reichen vom Einzäunen über eine Verringerung des Rehbestandes durch Abschuss bis hin zur Forderung nach einer wildgerechteren Waldwirtschaft. Allerdings ist jede der Maßnahmen mit einem erheblichen Aufwand verbunden – für die eine oder die andere Seite! Oft geht es dabei weniger um eine materielle als um ideelle Auseinandersetzung. Der Hauptstreitpunkt ist und bleibt auch hier das Thema Jagd.

Bayerisches Fernsehen, 16.15 Uhr
Natur exklusiv
Wölfe und Herdenschutzhunde – Ungleiche Brüder
Die Wölfe sind zurück in Deutschland. Und mit ihnen die Sorgen der Schäfer und Schäferinnen um ihre Herden. Schutz sollen Herdenschutzhunde bieten. Wie zwei ungleiche Brüder sind sich Wolf und Herdenschutzhund durch ihre gemeinsamen Vorfahren verbunden. Aber während der Wolf Schafe als Beutetiere sieht, fühlt sich sein Verwandter als Mitglied der Herde, als Wolf im Schafspelz gewissermaßen. Wo sie seit alters Herden schützen, wird der Wolf weniger als Bedrohung empfunden. Wie z.B. in den italienischen Abruzzen und in der Lausitz, wo der Wolf sich neue Reviere zurückerobert und Herdenschutzhunde wieder gefragt sind. Der Film zeigt überraschende Tierbeobachtungen, die schon zwischen Wolfs- und Hundewelpen verblüffende Parallelen erkennen lassen. Grandiose Landschaftsaufnahmen aus beiden Regionen zeigen, wie die beiden als Akteure in einer „neuen Wildnis“ wirken könnten. Denn im Schatten der Beutegreifer erleben ihre alten Gegenspieler auch in Deutschland eine ungeahnte Renaissance. In natürlicher Abneigung verbunden, könnten Herdenschutzhund und Wolf sich auf verblüffende Weise gegenseitig schützen und eine gemeinsame Zukunft haben.

Montag, 25. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 21.00 Uhr
Bayern erleben
Spessart – Natur nach Plan
Wildkatzen sind typisch für den Spessart und die ganze Naturschutzdiskussion in Bayern, weil sie einerseits menschenleere Wälder brauchen und andererseits aber von Menschen hier angesiedelt wurden. Anhand des Spessarts wird das Zusammenspiel von Mensch und Natur gezeigt. Wer an Spessart denkt, denkt an Eichen, dichte weite Wälder und idyllische Natur. Tatsächlich gehört der Spessart zu den größten Laubmischwaldgebieten Bayerns. Nicht nur Wildschweine, Hirsche und Spechte sind hier zu Hause. Auch viele andere seltene Tiere wie der Hirschkäfer leben in den alten Laubbäumen und im reichlich vorhandenen Totholz. Von hier aus hat sich sogar die Wildkatze wieder in Bayern ausgebreitet, dank eines konsequenten Auswilderungsprogramms und der Unterstützung einer Wildkatzenzuchtstation. Was nach unberührter Wildnis aussieht, ist also in Wirklichkeit „Natur nach Plan“ – vom Menschen angelegt, gestaltet und verwaltet. So idyllisch er anmutet: Der Spessart ist kein Urwald, sondern ein Forstwald. Er ist geformt von zahllosen Förstergenerationen und Jahrhunderten extensiver Landwirtschaft. Allerdings spielt das Naturschutzbewusstsein eine immer größere Rolle: Der Wunsch, Tieren und Pflanzen einen unberührten Lebensraum zu bieten und zu erhalten. Heute steht der Wald im Spannungsfeld zwischen Tradition, gewinnorientierter Forstwirtschaft, Erholungsbedürfnis und dem wachsenden Naturschutzbewusstsein. Das bringt neue Herausforderungen mit sich. Das Filmteam begleitet eine Biberberaterin und einen Förster, die beide jeden Tag vor der Aufgabe stehen, die Bedürfnisse von Tier, Natur und Mensch in Einklang zu bringen.

Donnerstag, 28. Oktober

arte, 17.50 Uhr
Wild im Westen
Die Eifel
Die Eifel ist das grüne Herz des Westens. Am Fuße erloschener Vulkane, zwischen Dörfern und auf Äckern finden vor allem Tiere, die sich an veränderte Lebensräume anpassen können, ein Zuhause: Rotmilane brüten zwischen Windrädern, Uhus verstecken sich in Steinbrüchen und Rothirsche röhren, wo einst Panzer rollten. Herzstück der wilden Eifel ist der erste und bislang einzige Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Auf drei Vierteln der Parkfläche wird der ehemalige Wirtschaftswald wieder sich selbst überlassen – die Natur übernimmt Stück für Stück die Hoheit. Es entsteht ein Urwald von morgen, der schon jetzt vor allem scheuen Tieren ein einzigartiges Zuhause bietet. Mehr als 1.800 bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich in der Eifel inzwischen wieder angesiedelt. Darunter so seltene Tiere wie die scheue Wildkatze, Luchse, Biber, Fledermäuse oder der Schwarzstorch. Die Dokumentation erzählt mit atemberaubenden Bildern eine erstaunliche Erfolgsgeschichte des Naturschutzes inmitten einer von Menschen geprägten Landschaft – im wilden Westen Deutschlands.

arte, 18.30 Uhr
Urwald von morgen
Nationalpark Eifel
Der erste und bislang einzige Nationalpark Nordrhein-Westfalens, nur 50 Kilometer südwestlich von Köln, ist das grüne Herz des Westens. Diese Eifelregion ist Schauplatz eines wegweisenden Experiments: Auf drei Viertel der Parkfläche wird der ehemalige Wirtschaftswald sich selbst überlassen, und die Natur übernimmt Stück für Stück die Hoheit. Tote Bäume werden stehen gelassen, Äste krachen herab und Stämme vermodern am Boden. So entsteht ein Urwald von morgen, der schon jetzt vor allem scheuen Tieren ein einzigartiges Zuhause bietet. Der Film erzählt eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes inmitten einer von Menschen geprägten Umgebung. Abseits der Dörfer und Äcker stehen die heimlichen Rückkehrer im Mittelpunkt. Heimlichtuer, die die Menschennähe nicht mögen oder ohne Rückzugsorte aussterben würden. Nun schleichen immer mehr Wildkatzen durchs Dickicht, Biber nagen ungestört an Bäumen und Schwarzstörche klappern im Blätterdach. Und selbst die größte Katzenart Europas, der Luchs, ist hier schon gesichtet worden. Der Nationalpark ist (noch) keine Wildnis, sondern ein ehemaliger Forst. Ohne menschliche Pflege und Axt sterben nun die angepflanzten Fichten und die ursprünglich beheimateten Buchen kehren zurück. Neu entstehende Laubwälder sind robuster gegen Stürme und Parasiten und bieten vielfältigere Lebensräume für Tiere und Pflanzen als die eintönigen Fichtenforsten, die noch immer große Teile des Nationalparks prägen. Der Zuschauer wird auf unterhaltsame Weise Zeuge eines andauernden Umgestaltungsprozesses in einem menschenverlassenen Schmuckstück der Natur.

Samstag, 30. Oktober

Bayerisches Fernsehen, 9.30 Uhr
Welt der Tiere
Herbstjagd in Bayern – Die Meute auf heißer Spur
Zwei der wohl eindrucksvollsten Schleppjagden in Bayern finden jedes Jahr im Herbst auf Schloss Schleißheim und auf Schloss Herrenchiemsee statt. Ein Filmteam war vor Ort dabei. Jedes Jahr im Herbst wird wieder zum Halali geblasen: Auf Schloss Schleißheim und auf Schloss Herrenchiemsee finden zwei der wohl eindrucksvollsten Jagdveranstaltungen in Bayern statt. Glücklicherweise handelt es sich um unblutige Veranstaltungen. Die herkömmliche Reitjagd auf lebendes Wild ist in Deutschland seit 1934 verboten. Die Schleppjagd ist eine sinnvolle Alternative. Hier simuliert ein Reiter das zu verfolgende Wild und reitet eine zuvor präparierte Strecke. Wenn er die „Schleppe“ gelegt hat, gibt er den Hunden das Signal loszustürmen. Kurz darauf folgen die Reiter, begleitet von einem Filmteam.

arte, 23.10 Uhr
Festmahl der Tiere
Was geschieht, wenn ein Lebewesen, egal ob Maus, Käfer, Hirsch oder Wildschwein, im Wald stirbt? Ein totes Tier ist erstmal ein grandioses Festmahl für die lebenden Tiere. Ein Forscherteam im Bayerischen Wald wollte genau wissen, was in freier Wildbahn mit Kadavern passiert. Denn jeder Tod bedeutet Leben für Zigtausende andere Lebewesen: Es ist der Anfang eines komplexen Kreislaufs, auf den wir alle angewiesen sind. Was geschieht, wenn ein Lebewesen in den Tiefen des Waldes stirbt? Diesen spannenden Fragen widmet sich ein Forscherteam im Nationalpark Bayerischer Wald. Klar ist, dass ein totes Tier erstmal ein grandioses Festmahl für die lebenden Tiere ist. Doch die Wissenschaftler wollen genau wissen, was in freier Wildbahn mit Kadavern passiert. Denn jeder Tod bedeutet Leben für Zigtausende andere Lebewesen: Es ist der Anfang eines komplexen Kreislaufs, auf den wir alle angewiesen sind. Trotzdem wissen wir recht wenig über die Tiere, die nach dem Tod einen Körper besiedeln, über die Organismen, die die Chemie des Körpers grundlegend verändern, und die Pflanzen, die die wertvollen Nährstoffe weiterverwerten. Die Dokumentation macht eine fremde Welt sichtbar, in der verendete Tierkörper zu behaglichen Refugien für Kleinlebewesen werden und sich als praktische Fast-Food-Restaurants für andere Opportunisten entpuppen – solange der Vorrat reicht. Dabei sind mitunter auch bekannte Tiere wie die Schmeißfliege oder der Totengräberkäfer von einer ganz neuen, erstaunlichen Seite zu sehen. Und obwohl das beeindruckende Schauspiel am Tierkadaver praktisch nie von den Menschen wahrgenommen wird, findet es doch täglich und überall statt – von der verendeten Maus im Garten bis zum riesigen Körper der toten Rotwildkuh.

Sonntag, 31. Oktober

SWR Fernsehen, 17.15 Uhr
Der Harz – Eisige Gipfel, wilde Täler
Verwunschene Wälder, große Katzen, wilde Schafe und ein langer, harter Winter – Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge hat vieles zu bieten. Der Harz ist sagenumwobener Treffpunkt der Hexen, war einst Inselreich von Urzeitechsen und ist heute ein Naturjuwel mit einer Tierwelt, die man in Deutschland anderswo kaum noch findet. Mehr als 1.000 Meter hoch ragt der Brocken, der höchste Berg des Harzes aus der flachen norddeutschen Landschaft. Kahl und windumtost ist sein Gipfel, dunkel und wasserreich sind seine bewaldeten Hänge. Der Harz ist ein Regenfänger. Hier fällt zwei bis dreimal so viel Niederschlag wie im Umland. Im Winter kommt der Niederschlag als Schnee und verwandelt das Gebirge in eine erstarrte, weiße Traumlandschaft. Dabei kann es in den Hochlagen ungemütlich werden. Am elfhundert Meter hohen Brocken erreichen Stürme nicht selten Orkanstärke und die Temperaturen fallen regelmäßig unter -20 Grad. Wildkatze und Luchs streifen durch die nebelverhangenen Wälder, Mufflon und Rothirsch leben hier. Der Luchs ist längst zum Symboltier der Region geworden. Er zeigt, dass Naturschutz und Tourismus erfolgreich nebeneinander existieren können. Manchmal kommt er den Harzbesucherinnen und -besuchern sogar sehr nah. Doch die gut getarnte Katze wird fast nie bemerkt.

Montag, 1. November

Bayerisches Fernsehen, 9.15 Uhr
Abenteuer Wildnis
Die klugen Rabenvögel
Sie sind ausgesprochen intelligent. Doch bei den meisten Menschen haben Rabenvögel einen schlechten Ruf. Filmautor Markus Schmidbauer zeigt, warum die Rabenvögel unsere Nähe suchen, und was die Menschen so alles anstellen, um die schlauen Tiere von sich fernzuhalten. Rabenvögel werden aufgrund ihrer enormen Intelligenz auch als „fliegende Schimpansen“ bezeichnet. Doch die klugen Schwarzen sind bei den meisten Menschen nicht sonderlich beliebt. Sie haben einen schlechten Ruf. Selbst der Elster geht es nicht besser, obwohl sie kein rein schwarzes Federkleid besitzt und sogar ihre Gegner zugeben, dass sie ein sehr hübscher Vogel ist. Eigentlich sind Rabenvögel eher scheu. Trotzdem halten sich Saatkrähe, Rabenkrähe oder Elster gerne in der Nähe von Menschen auf. Und damit beginnen die Probleme. Das Zusammenleben ist schwierig und mit Vorurteilen belastet. Die einen klagen über den Kot und das laute Gekrächze, die anderen darüber, dass angeblich in den Gärten jedes Singvogelnest ausgeräubert wird. Doch meist hat der Mensch selbst die Grundlage für die entstandenen Konflikte gelegt. Eine intensive Landwirtschaft, die Rodung von Hecken und Feldgehölzen sowie die Jagd auf Rabenvögel haben den Lebensraum Feldflur in weiten Teilen unattraktiv werden lassen. Deshalb haben viele Rabenvögel ihren klassischen Lebensraum verlassen und siedeln jetzt in den Städten. Markus Schmidbauer zeigt in seinem Film an Beispielen, warum Rabenvögel die Nähe der Menschen suchen, und was diese so alles anstellen, um die schlauen Tiere von sich fernzuhalten. Die Reaktion der Vögel ist aber nicht immer so, wie es sich die Menschen vorstellen. Was steckt hinter den Vorurteilen, mit denen Rabenvögel konfrontiert werden? Auch auf diese Frage wird in dem Film eingegangen.

SWR Fernsehen, 13.30 Uhr
Tierisch wild im Südwesten
Eifel und Hunsrück
In der Natur-Dokumentation führen die SWR Autoren Jürgen Vogt und Andreas Kölmel die Zuschauer in die Heimat von Uhu, Biber & Co in den Mittelgebirgen westlich des Rheins – und zu den Wildkatzen, die in Eifel und Hunsrück leben. Berge, Wälder und Täler sind hier Paradiese für Tiere, die in anderen Teilen Europas bedroht oder verschwunden sind. Die Hälfte aller deutschen Wildkatzen lebt in Rheinland-Pfalz, dem – auf die Fläche bezogen – waldreichsten Bundesland Deutschlands. Auf der Hunsrücker Wildenburg im Nationalpark Hunsrück-Hochwald begleitet die Doku die Arbeit in einer Pflegestation, in der verletzte Westentaschentiger versorgt und wieder ausgewildert werden. Zwei andere Erfolgsgeschichten des Naturschutzes spielen in der Eifel. Hier wurden vor mehr als 30 Jahren die ersten Biber wieder ausgewildert. Sie haben ihre Chance genutzt. Genau wie die Uhus. Die größte Eulen-Art der Welt lebt unter anderem in den Steinbrüchen der Nordeifel. Die Dokumentation begleitet die Naturschützer bei ihrer Arbeit für Tiere, die bereits hier sind – und für die, die noch erwartet werden in Eifel und Hunsrück. Wie zum Beispiel die Wölfe. Auf der Wildenburg im Nationalpark Hunsrück entstand ein Freigehege für diesen europäischen Ureinwohner. Hier wollen die Mitarbeiter:innen eine Lanze brechen für Tiere, die unverdient einen schlechten Ruf haben.

Donnerstag, 4. November

3sat, 22.25 Uhr
auslandsjournal – die doku: Auf den Spuren der Umwelt-Mafia
Skrupellose Geschäftemacher vernichten die Umwelt: illegale Holzfäller, kriminelle Fischer, ausbeuterische Raubkatzen-Händler. Eine globale Mafia, schwer aufzudecken, lebensgefährlich. Die Umwelt-Mafia zerstört den Planeten, und die Behörden schauen tatenlos zu. Das „auslandsjournal“ deckt einige besonders packende Fälle auf. Die Autoren reisen an die Tatorte und gehen den Machenschaften krimineller Umweltzerstörer auf drei Kontinenten nach. Kriminelle zerstören unsere Natur: Sie holzen Wälder in der Ukraine ab, zerstören Fischbestände im Atlantik vor Ghana und töten Tiger-Babys in Gefangenschaft in den USA. Die Konsumenten wissen nicht mehr: Sitzen sie auf Stühlen aus illegal geschlagenem Holz, oder essen sie Fisch, gefangen von Mafia-Netzwerken? Die Umwelt-Mafia agiert im Geheimen. Das „auslandsjournal“ deckt in der Dokumentation „Auf den Spuren der Umweltmafia“ einige besonders packende Fälle auf. Die Autoren Johan von Mirbach und Jan-Philipp Scholz dringen in der Ukraine, den USA und in Ghana immer tiefer ein in ein perfides System aus Korruption, Geldwäsche und Einschüchterung – und stoßen dabei auf einen vertuschten Mordfall.

Sonntag, 7. November

arte, 18.30 Uhr
Zu Tisch im Sauerland
Das Sauerland ist eine waldreiche Mittelgebirgsregion im Westen Deutschlands. Die Küche ist herzhaft und deftig. Zur Hege und Pflege ihrer Wälder jagt bei den Gilsbachs die ganze Familie. Corinne Gilsbach bereitet das selbst erlegte Wild auf verschiedene Weise zu – immer darauf bedacht, alles vom Tier zu verwerten. Auch bei den Beilagen achtet sie auf regionale und saisonale Produkte wie Schwarzwurzeln und Hagebuttenmus. Forstwirt Elmar Gilsbach beschloss 2007, nur noch klimatolerante Bäume anzupflanzen, die mit Trockenheit besser umgehen können. Seither betreiben die Gilsbachs im beschaulichen Schmallenberg-Oberkirchen, neben der Bewirtschaftung ihrer Wälder, eine Baumschule. Zur Hege und Pflege ihrer Wälder jagt bei den Gilsbachs die ganze Familie. Wenn im Herbst die Jagdsaison beginnt, kommt bei den Gilsbachs viel Wild auf den Tisch: als Filet pochiert, als Patty oder als kräftige Brühe. Corinne Gilsbach bereitet das selbst erlegte Wild auf verschiedene Weise zu – immer darauf bedacht, alles vom Tier zu verwerten. Auch bei den Beilagen setzt Corinne auf saisonale Produkte wie Schwarzwurzeln zum Rehfilet oder Hagebuttenmus zur Westfälischen Quarkspeise. Die ganze Familie schätzt die als herzhaft und deftig bekannte Küche des Sauerlands. Neben Wildgerichten sind traditionelle Kartoffelrezepte wie die Potthucke beliebt. Für das herbstliche Kartoffelbraten im Freien trifft sich Corinne mit ihrer Jägerinnengruppe. Gemeinsam genießen sie dann die traditionelle Kost ihrer Region.

Mittwoch, 10. November

hr fernsehen, 10.30 Uhr
Die Rückkehr – Wölfe in Bayern
Die Wölfe kommen – auch nach Bayern! Die ersten sind bereits da: seit 2014 haben sich die ersten Wolfs-Pärchen gefunden. Im Veldensteiner Forst ist sogar schon das erste Rudel beobachtet und gefilmt worden. Höchstwahrscheinlich werden sich die Wölfe von dort aus weiter ausbreiten. Vielleicht schneller als gedacht. Und sie werden nicht aufzuhalten sein. Derzeit ist das auch nicht gewollt, weder von einem Großteil der Bevölkerung noch von der Politik. Trotzdem werden die nächsten Jahre spannend in Bayern. Denn mit der Zahl der Wölfe werden auch die Konflikte zunehmen. Und noch hat die Politik für viele Probleme, die die Beutegreifer mit sich bringen, keine Lösung. Sind Elektrozäune genug Schutz für Rinder und Schafe? Werden sie sich im Alpenvorland errichten lassen, zumal auf den steilen Hängen der Almen? Wie gefährlich oder gefährdet sind Herdenschutzhunde? Welche Maßnahmen sind nötig, damit sie zwar Wölfe von den Nutztieren fernhalten, aber nicht Spaziergänger mit Hunden angreifen? Und vor allem: Wie behalten Wölfe ihre natürliche Scheu vor dem Menschen? In Niedersachen und den östlichen Bundesländern laufen neugierige Wölfe offenbar Joggern mit Hunden hinterher und ziehen am helllichten Tag durch Dörfer. In Deutschland dürfen sogenannte Problemwölfe in letzter Konsequenz geschossen werden. Aber eine generelle, wenn auch staatlich kontrollierte Bejagung von Wölfen wäre derzeit undenkbar. Anhand der Entwicklung in Bayern haben wir die Chance, die Rückkehr eines faszinierenden, aber sehr umstrittenen Wildtiers in unsere Lebenswelt mitzuerleben sowie die durchaus kontroversen Reaktionen. Der Film verfolgt aus nächster Nähe die jüngsten Geschehnisse, zeigt die vielen Fragen, die diese aufwerfen und endet mit einem „open end“ – ganz im Sinne dessen, was einer der Wissenschaftler sagt: „Die Rückkehr der Wölfe nach Bayern ist etwas Historisches.“ Historisch ist die Rückkehr nicht nur, was den Artenschutz angeht, sondern auch, wie und ob es verschiedenste Interessensgruppen schaffen werden, mit den Problemen, die der Wolf mit sich bringt, umzugehen. Noch ist nicht klar, wie viele Zugeständnisse Politik, Landwirtschaft, Jäger, Forstwirtschaft, Naturschützer, aber auch die breite Bevölkerung machen werden, um den Wolf wieder heimisch werden zu lassen. Die Rückkehr des Wolfes ist ein brisantes Projekt, bei dem viel schiefgehen kann. Sollte es gelingen, wird es ein Meilenstein für den Artenschutz sein. Der Film ist eine lebensnahe, facettenreiche und aktuelle Reportage, die zugleich den Stellenwert eines Zeitdokuments hat.

Freitag, 12. November

3sat, 14.05 Uhr
Wildnis Europa (1/6)
Der Bartgeier
Europas Wildnis mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige Landschaften. Die Reihe stellt ihre größten, stärksten und seltensten Bewohner vor. Diesmal: den Bartgeier. Er ist der größte Vogel in den Alpen und einer der seltensten. Mit einer Spannweite von fast drei Metern ist er ein geborener Segler. Kann er seine alten Reviere zurückerobern? Bartgeier sind nicht nur große, sondern auch außergewöhnlich schöne Vögel. Sie färben sich ihr Federkleid selbst ein: Nach einem Bad in einer Schlammpfütze strahlt es leuchtend orange. Einst hatten sie einen schlechten Ruf und wurden im Alpenraum ausgerottet. Doch seit den 1980er-Jahren widmet sich ein internationales Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihrer Wiederansiedlung. Eine von ihnen ist Franziska Lörcher. Sie lebt im Sommer hoch oben in den Schweizer Alpen und betreut zwei Junggeier, die vor Kurzem ausgewildert wurden. Bald werden sie ihren ersten Flug wagen. Das Revier der Bartgeier sind die Berge. An Felswänden bauen sie ihre Horste und nutzen die Thermik, um von dort aus abzuheben. Die meisten Geierarten Europas finden sich in den spanischen Pyrenäen. Neben Bartgeiern fliegen dort auch Gänse, Mönchs- und Schmutzgeier. In Buseu befindet sich eine Futterstelle für Bartgeier. Weil in den Kadavern von Weidetieren oft Medikamentenrückstände sind, die die Tiere bedrohen, hat Jordi Canut es sich zur Aufgabe gemacht, die Tiere mit gesundem Futter zu versorgen. Das macht Hoffnung, dass diese erhabenen Vögel mit dem borstigen Bart unterm Schnabel auch in Zukunft in Europa wieder eine Heimat finden.

3sat, 14.50 Uhr
Wildnis Europa (2/6)
Die Kegelrobbe
Die Kegelrobbe ist das größte und schwerste Raubtier des Kontinents. Ein Bulle bringt 300 Kilogramm auf die Waage. Oft wirken die pfundigen Tiere wie pure Genießer.
In der deutschen Ostsee war die Kegelrobbe ausgerottet. Erst seit wenigen Jahren kehren die Tiere an Deutschlands Küsten zurück. Am Strand räkeln sie sich in der Sonne und erholen sich von ihren Raubzügen unter Wasser. Linda Westphal arbeitet beim Deutschen Meeresmuseum und erforscht die Rückkehr der Tiere am Greifswalder Bodden, vom Boot, Flugzeug und vom Ufer aus. Inmitten der Nordsee, auf Helgoland, lebt Deutschlands größte Kegelrobbenkolonie. Eine Dünenrangerin ist dafür zuständig, die Tiere und die Badegäste auf Distanz zu halten. Kegelrobben nutzen ihre Barthaare zur Orientierung, aber auch zum Erkunden. Neben Helgoland sind die britischen Farne Islands ein europäischer Lieblingsplatz der Kegelrobben. Die Inselgruppe ist bei Taucherinnen und Tauchern beliebt, die sich von der bunten Unterwasserwelt und den Kegelrobben faszinieren lassen. Die Tiere können im Wasser weite Strecken zurücklegen und durchqueren sogar die Nordsee zwischen England und dem Wattenmeer. Doch außerhalb der Naturschutzgebiete bedeuten Schiffsverkehr, Plastikmüll und Unterwasserturbinen auch große Gefahren für Kegelrobben. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner

3sat, 15.35 Uhr
Wildnis Europa (3/6)
Der Wisent
Der Wisent gilt als das größte und schwerste Landsäugetier Europas, voller Kraft und Anmut. Fast wäre er ausgestorben. Kann er sein Territorium in Zukunft behaupten? Der letzte wildlebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Langsam erobert sich der König der Wälder seinen Lebensraum zurück. Im „Wisentgehege Springe“ bei Hannover hat Thomas Hennig eine Gruppe aus zweijährigen Wisentkühen zusammengestellt. Nun sollen die Tiere endlich ausgewildert werden – in den rumänischen Karpaten. Dort gehen die Ranger Matei Miculescu und Cătălin Josan täglich auf Spurensuche, um das Leben der Wisente in Freiheit zu studieren. Die meisten der dort lebenden 64 Tiere stammen aus Zoos und Aufzuchtstationen. Bisher weiß man wenig darüber, wie die Wisente mit der gewonnenen Freiheit umgehen. Die Herde steht unter Beobachtung. Während in Springe und Rumänien Wälder den Lebensraum der Wisente prägen, ist in 1800 Kilometern Entfernung von den Karpaten ein Dünenparadies zu einer neuen Heimat für die Wildtiere geworden. Direkt an der Nordsee hat sich eine einzigartige Küstenlandschaft erhalten: der holländische Nationalpark Zuid-Kennemerland. Esther Rodriguez ist Biologin und zusammen mit Ranger Ruud Maaskant für den Erhalt des vielleicht ungewöhnlichsten Lebensraums für Wisente verantwortlich. Ohne die Tiere würde das sensible Ökosystem zerstört. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

3sat, 16.15 Uhr
Wildnis Europa (4/6)
Der Elch
Der Elch gilt als Symboltier Skandinaviens und wird dort auch „König der Wälder“ genannt. Der Klimawandel treibt die Tiere immer höher in die Berge. Elche gehören zu den Hirschen und sind die größten Vertreter dieser Art. Ihre Überlebensstrategie ist die perfekte Anpassung an die Umgebung. Sie leben im hohen Norden, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt machen ihnen nichts aus. Im Gegenteil, sie mögen es kühl. Im Sommer ziehen sich die Elche in den Nationalpark Jotunheimen, „Die Heimat der Riesen“, zurück. Hier türmt sich das höchste Gebirge Norwegens. Der Naturführer und Fotograf Børre Aasbø folgt den Elchen auf tagelangen Wanderungen durch die Wälder in der Nähe des Namsenfjords. Um die scheuen Tiere vor die Kamera zu bekommen, arbeitet er mit Fotofallen, die er regelmäßig kontrolliert. Die meiste Zeit des Tages ist der Elch mit Fressen beschäftigt. Besonders gern mag er die Triebspitzen junger Bäume. Ein Problem für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Norwegens, denn mit seinem Fressverhalten richtet der Elch große Schäden an. Deswegen wird jedes Jahr Jagd auf ihn gemacht, streng kontrolliert von den Kommunen. Die Elchjagd hat eine lange Tradition in Norwegen und dient heute dem Schutz der Wälder. Denn außer dem Menschen hat der „König der Wälder“ in Norwegen kaum noch natürliche Feinde. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

3sat, 17.00 Uhr
Wildnis Europa (5/6)
Der Luchs
Der Luchs ist die größte Katze in Europa und ein scheuer Jäger. Tief in den Wäldern lauert er seiner Beute auf. Doch er war in Europa bereits fast ausgestorben. Mit der Rodung vieler Wälder hat er seine Schutzräume verloren – und mit ihm seine Beutetiere. Der Risnjak-Nationalpark im Westen der Gebirgslandschaft Gorski kotar in Kroatien ist einer der letzten Rückzugsorte für den europäischen Luchs. Seine Wälder und türkisfarbenen Seen bieten auch Lebensraum für viele Tiere seiner Speisekarte. In dem seit den 1960er-Jahre bestehenden Naturschutzgebiet findet sich eine noch ursprüngliche Population. Im benachbarten Slowenien werden im Rahmen eines Auswilderungsprojekts junge Luchse in die Freiheit entlassen. Seit Kurzem durchstreift das Luchsmännchen Boris die Gegend. Der dreijährige Luchs gibt dem Tierschützer Vedran Slijepčević Rätsel auf: Wo verläuft seine Wanderroute, und kann er ein eigenes Revier besetzen? Mit Fotofallen versucht er, das Tier aufzuspüren. Auch im deutschen Nationalpark Harz wird seit den 1990er-Jahren unter großer Anstrengung Lebensraum für den Luchs geschaffen. Anfangs gab es Zweifel, ob Autobahnen und Äcker nicht unüberwindbare Hindernisse für die Luchse sind – aber das Harzer Projekt ist ein Riesenerfolg. Die Tiere ziehen von dort Richtung Südwesten, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

3sat, 17.45 Uhr
Wildnis Europa (6/6)
Der Vielfraß
Der Vielfraß gehört zur Familie der Marder und ist der größte Vertreter der Art in Europa. Stark und angriffslustig verteidigt er sein Revier. Kann er sich auch an die wärmeren Winter anpassen? Der Vielfraß liebt den hohen Norden. In der unbewohnten Wildnis Skandinaviens streunt er einsam durch die Wälder und Sumpflandschaften. Er ist ein unermüdlicher Wanderer, ständig in Bewegung und auf der Suche nach Nahrung. Im dünn besiedelten finnischen Niemandsland, dem Grenzgebiet zu Russland, genießt der Vielfraß die unberührte, weite Natur. Er ist mit seinem dicken Fell und den breiten Pfoten bestens für die kalte Jahreszeit gewappnet. Der Tierfilmer Kari Kemppainen will den Vielfraß anlocken. Mit einem Köder und einem Elchgeweih als Requisite versucht er sein Glück. Geduld ist gefragt. In Finnland leben nur etwa 200 Vielfraße. Doch die richten für manche großen Schaden an: Rentierzüchter wie Leo Juntunen beklagen, dass immer wieder Rentiere von Vielfraßen gerissen werden. Mit seiner extremen Beißkraft kann ein Vielfraß sogar einen jungen Elch töten. Doch meistens muss er nehmen, was übrig bleibt: Als Aasfresser bedient er sich an der Beute von Wölfen oder Bären. Wenn er viel Nahrung auf einmal findet, hortet er sie in Verstecken in seinem Revier. Doch auch, wenn es der Name vermuten lässt: Ein Vielfraß frisst nicht mehr als andere Tiere. Die Wildnis Europas mit ihren Wäldern, Meeren und Nationalparks bietet einzigartige und überraschende Landschaften. Die Dokumentationsreihe „Wildnis Europa“ porträtiert ihre größten, stärksten und seltensten tierischen Bewohner.

Samstag, 13. November

3sat, 16.05 Uhr
Unser Wild
Reh und Hirsch
Reh und Hirsch – für die einen sind sie begehrte Jagdtrophäen, für die anderen lästigen Waldschädlinge. Über den richtigen Umgang mit Reh und Rotwild wird seit Jahrzehnten heftig gestritten. Denn der Rothirsch, der „König der Wälder“, ist seit Jahrhunderten ein Politikum. Bis heute. Weil die Bauern für Schäden auf Feldern und Wiesen vom Jagdpächter Entschädigung fordern können, vertreiben die Jäger den „Schädling“ in den Wald. Dem Rothirsch, der eigentlich ein Steppentier ist, wird sein Reich aufgezwungen. Und er schädigt es: Mangels Gras fressen Rothirsche junge Bäume und schälen Rinde ab. Für das Rotwild kommt es aber noch schlimmer: Denn während Rehe überall frei herumlaufen können, dürfen Hirsche in Deutschland nur noch in eigens ausgewiesenen Rotwildbezirken leben. Lediglich in vier Bundesländern können die Hirsche sein, wo sie wollen. Die verbliebenen Reviere sind Inseln. Zwischen ihn gibt es keine Verbindung. Wanderungen sind nicht möglich. Jeder Hirsch wird daran gehindert, seine Bezirksgrenze zu überschreiten – notfalls mit Waffengewalt. Im Unterschied zum Rotwild passen sich Rehe gut an die durch den Menschen veränderte Landschaft an. Damit sind sie flexibel. Das Reh besiedelte ursprünglich Waldrandzonen und -lichtungen. Mittlerweile kommt es auch in offener, fast deckungsloser Agrarsteppe vor. Doch viele Probleme, die das Rotwild betreffen, gelten auch für die Rehe. Das Reh ist heute in Europa eine ausgesprochen häufige Art, mit zum Teil dramatischen Folgen: In einigen Regionen haben Rehe inzwischen eine so hohe Bestandsdichte erreicht, dass sie die natürliche Waldverjüngung verhindern. Aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden massenweisen Vermehrung des Borkenkäfers wird der Schutz der Wälder immer wichtiger. Vielerorts müssen die anfälligen Fichtenmonokulturen in widerstandsfähige Mischwälder umgewandelt werden. Doch in deutschen Wäldern können die heimischen Waldbäume überwiegend nur mit erheblichen Beeinträchtigungen nachwachsen. Verbissempfindliche Baumarten wie Eiche, Weißtanne, Bergahorn und Eibe kommen oft nur mit Schutzmaßnahmen hoch und sind aus vielen Wäldern bereits weitgehend verschwunden. Die verschiedenen Maßnahmen der Schadensbegrenzung werden jedoch kontrovers gesehen. Sie reichen vom Einzäunen über eine Verringerung des Rehbestands durch Abschuss bis hin zur Forderung nach einer wildgerechteren Waldwirtschaft. Allerdings ist jede der Maßnahmen mit erheblichem Aufwand verbunden – für die eine oder die andere Seite. Oft geht es dabei weniger um eine materielle als um ideelle Auseinandersetzung. Der Hauptstreitpunkt ist und bleibt das Thema Jagd. Rehe werden in allen europäischen Ländern gejagt. Die mit Abstand höchste Jagdstrecke hat Deutschland mit mehr als einer Million erlegter Tiere pro Jahr. Die Zahl der erlegten Rehe hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. In den 1970er-Jahren waren es in Deutschland noch zwischen 600 000 und 700 000 Tiere pro Jahr. Selbst die enormen Verluste des Rehwilds durch den Straßenverkehr und in der Landwirtschaft schaffen es nicht, den Bestand so zu dezimieren, dass sich die Waldschäden verringern. Abhilfe würde auch hier nur eine gezielte Bejagung schaffen. Die Dokumentation von Jürgen Eichinger zeigt in seinem aufwendigen Film in Hochglanzbildern, wo und wie Reh und Hirsch im Lauf des Jahres leben, welche Gemeinsamkeiten und welche Unterschiede sie haben. Vor allem aber zeigt sein Film, welche großen Probleme die Arten jeweils verursachen und wie man versucht, sie in den Griff zu bekommen. Dabei lässt der Film zu den oft heftig umstrittenen Themen, Gegner und Befürworter, Jäger und Waldbesitzer, Wildbiologen und Bauern zu Wort kommen.

3sat, 16.45 Uhr
Unser Wild
Sein Name ist Hase
Der Feldhase zählt zu den bekanntesten Wildtieren in Deutschland. Doch es gibt kaum noch Nachwuchs: In vielen Regionen Europas geht der Bestand des Feldhasen stark zurück. Vor allem macht ihm die Lebensraumzerstörung durch intensive Landwirtschaft zu schaffen. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit riesigen Monokulturen und zahllosen Maisfeldern vernichtet vielerorts noch intakte Natur – und das ist der Hasenkiller Nummer eins. Lange Ohren, braunes Fell und auf flinken Pfoten unterwegs: Der Feldhase zählt zu den bekanntesten Wildtieren in Deutschland. Er liebt vor allem eine strukturreiche Landschaft mit Hecken und Büschen als Deckung. Er braucht kräuterreiche Nahrung und ist meistens als Einzelgänger dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber dagegen kann man die Langohren am besten zwischen Januar und August beobachten, wenn die Feldhasen Hochzeit halten. Doch Nachwuchs gibt es kaum noch. In vielen Regionen Europas geht der Bestand des Feldhasen stark zurück. In einigen Bundesländern Deutschlands steht er mittlerweile sogar auf der Roten Liste der bedrohten Säugetiere. Vor allem macht ihm die Lebensraumzerstörung zu schaffen. Doch es geht auch anders. In Deutschland leben elf Hasen pro Quadratkilometer. In einem Revier des Jägers Michael Höfler in Baden-Württemberg dagegen sind es zehnmal so viele. Für ihn ist klar: „Ohne Naturschutz überlebt der Feldhase nicht.“ Die Wissenschaftler*innen der Universität Potsdam und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wollen wissen, warum in Nordostdeutschland die Hasenbestände drastisch zurückgehen und in Bayern noch relativ stabil sind. Wo liegt eigentlich die „Hasenhauptstadt“ Deutschlands, und warum gibt es immer mehr Hasenfindelkinder?

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