In den Medien

In den Medien

Samstag, 14. Januar

arte, 15.35 Uhr
Auf der Fährte des Luchses
Der Naturforscher und Tierfotograf Neil Villard liebt die wilde Tier- und Pflanzenwelt seiner Heimatregion, dem Schweizer Jura. Seit Jahren spürt er der größten europäischen Raubkatze nach: dem Eurasischen Luchs. Das unauffällige Tier, das sich am liebsten in dichten Wäldern aufhält, ist schwer zu beobachten, weshalb nur wenige diese Tierart kennen. Neil Villard erforscht die Eurasischen Luchse schon seit Jahren und es gelingt ihm inzwischen regelmäßig, das elegante Tier zu Gesicht zu bekommen. Er hat gelernt, seine Spuren zu lesen und sein Verhalten zu interpretieren. Der Eurasische Luchs wurde im letzten Jahrhundert in Westeuropa ausgerottet und in den 70er Jahren wieder angesiedelt. Doch die Rückeroberung ihrer einstigen Lebensräume fällt der Raubkatze noch schwer. In den Wäldern des Jura leben heute vor allem ausgewachsene Tiere. Die Jungtiere suchen sich nach der Trennung von der Mutter ein eigenes Revier – dazu wandern sie weit nach Süden, bis in die Chartreuse. Wie ergeht es diesen jungen Luchsen? Wie bewegen sie sich fort und mit welchem Ziel? Welche Gefahren müssen sie überwinden? Diese Fragen möchte Neil Villard beantworten. Also verlässt auch er das heimatliche Jura und folgt den Jungtieren auf ihrer Wanderung. Ein heikles Unterfangen. Er muss all seine Kenntnisse als Spurenleser und Luchsexperte mobilisieren, um die diskreten Tiere nicht aus den Augen zu verlieren.

Sonntag, 15. Januar

arte, 10.15 Uhr
Hasen und Kaninchen
Dickes Fell und flotte Pfoten
Online verfügbar von 17/12 bis 11/02
Ob in den Rocky Mountains, in der Wüste von Arizona, im kanadischen borealen Nadelwald oder in der Innenstadt von Chicago – Hasen und Kaninchen sind überall, auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Doch ihre immer kleiner werdenden Lebensräume und der Klimawandel sind eine immer größere Bedrohung für sie. Die Dokumentation schaut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über die Schulter, die die plüschigen Hoppler vor dem Aussterben retten wollen und dabei auch viele überraschende Erkenntnisse über ihr Verhalten gewinnen. Aus „Alice im Wunderland“ kennt man den weißen Hasen mit der Taschenuhr und der Samtweste. Hasen und Kaninchen bevölkern unzählige Geschichten und Kindermärchen, doch in der Realität verlieren die Tiere immer mehr an Lebensraum. Es gibt über 100 Hasen- und Kaninchenrassen. Sie alle haben eines gemeinsam: verhältnismäßig große Ohren, ein feines Gehör sowie lange, kräftige Hinterläufe, die weite Sprünge und längeres Hocken ermöglichen. Die Pflanzenfresser besiedeln 90 Prozent der Landmassen der Erde. Sie prägen die Ökosysteme in den Rocky Mountains, in der Wüste von Arizona, im kanadischen borealen Nadelwald und selbst in der Innenstadt von Chicago. Doch ihre immer kleiner werdenden Habitate und der Klimawandel sind eine immer größere Bedrohung für sie. Die Dokumentation stellt unter anderem die Rasse der domestizierten Riesenkaninchen vor und beleuchtet die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die Langohren vor dem Aussterben retten wollen und dabei auch viele neue Erkenntnisse über ihr Verhalten gewinnen.

Dienstag, 17. Januar

3sat, 14.00 Uhr
Der Prinz der Alpen
Es ist das imposanteste Schauspiel des Jahres in den Alpen: die Brunft des Rotwildes. Die stärksten Hirsche versammeln einen Harem und verteidigen ihn gegen Rivalen. Die Dokumentation begleitet ein Hirschkalb durch das erste Jahr seines Lebens. Sie beginnt mit den ersten Lebenstagen, schildert die weiten Wanderungen mit seiner Mutter, das Zusammenleben im Rudel und den Überlebenskampf des Wildes im Winter.

3sat, 14.45 Uhr
Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens
Viele Wildtiere wie Feldhase oder Rehkitz harren völlig unbewegt aus, wenn Menschen oder andere Tiere in ihre Nähe geraten – Teil einer ihren angeborenen Überlebensstrategie. Wesentlich ist bei allen „Verschwindungskünstlern“ eine Kombination aus Tarnfarbe und starrem Liegeverhalten am Boden. Der Film begleitet das Heranwachsen eines jungen Rehs und zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen. Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden sie, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? Diesen und anderen Fragen geht der Film nach.

3sat, 15.30 Uhr
Wildschweine – Das Comeback
Sie wurden gejagt und abgeschlachtet, in vielen Regionen Europas waren sie vertrieben oder ausgerottet. Doch die Wildschweine sind zurück. Ihre Waffen: Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und äußerst scharfe Sinne. Letztendlich haben Wildschweine die exzessivsten Treibjagden Europas überlebt und fühlen sich mittlerweile in den europäischen Wäldern wieder heimisch. Dies ist die Geschichte eines eindrucksvollen Comebacks, einer Spurensuche quer durch Europa, die Geschichte des „Erfolgsmodells Wildschwein“. Sie haben alles, was zum Überleben wichtig ist: ein ausgeprägtes Sozialverhalten, Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit – vor allem aber sind sie lernfähig. Wildschweine sind die heimlichen Herrscher des Waldes. Das war nicht immer so. Noch vor Jahrhunderten waren sie in vielen Teilen Europas ausgerottet – aufgrund intensiver Bejagung und Abholzung der Wälder. Doch die Wildschweine sind zurück. Ihr Comeback ist spektakulär: In den europäischen Wäldern leben mittlerweile wieder mehrere Millionen Tiere. Und ihre Population dehnt sich weiter aus. Das Wildschwein des 21. Jahrhunderts findet im Vergleich zu seinen Vorfahren veränderte Lebensbedingungen vor. Seine natürlichen Hauptfeinde Braunbär und Wolf sind keine große Gefahr, weil sie nur vereinzelt vorkommen. Der Uhu greift sich zwar immer wieder einzelne Jungtiere, aber gefährden kann er den Bestand nicht. Und auch der größte natürliche und alljährlich wiederkehrende Feind – die winterliche Kälte – kann das Comeback nicht stoppen. Denn durch Klimawandel und Erderwärmung werden die Winter milder, was die Population zwangsläufig begünstigt. Doch die Klimaveränderungen erklären ihr Comeback nur unvollständig. Von daher geht die „Universum“-Dokumentation „Wildschweine – Das Comeback“ vor allem der Frage nach, was das „Erfolgsrezept“ der Tiere ist. Für Regisseurin Astrid Miller war vor allem wichtig, ihr Sozialverhalten in der Gruppe und die Anpassungsfähigkeit der Tiere filmisch zu dokumentieren. „Wildschweine sind extrem scheu und bei Gefahr auch recht angriffslustig. Das Gruppenverhalten der Tiere mit der Kamera einzufangen war sehr zeitaufwendig und hat von uns allen viel Geduld abverlangt. Doch erst, wenn man ihr Sozialverhalten entschlüsselt hat, kann man verstehen, warum diese Tiere so überlebensfähig sind.“ Der Film zeigt das Leben von Wildschweinen in drei unterschiedlichen Habitaten Europas – im Osten Österreichs, im Süden Frankreichs und im Osten Polens. Im österreichischen Leithagebirge warten die weiblichen Wildschweine während der Paarungszeit auf die Keiler. Die männlichen Tiere sind meist Einzelgänger und suchen das Weibchen hauptsächlich zur Reproduktion auf. In erbitterten Kämpfen beweisen die Männchen ihre Potenz. Doch die Weibchen entscheiden letztlich, wer von ihnen zum Zug kommt. Wildschweine sind reproduktionsfreudige Tiere: Eine Bache kann jährlich bis zu einem Dutzend Frischlinge zur Welt bringen. Diese Mischung aus Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und hoher Reproduktionsrate ist nicht unproblematisch. Verstädterung und landwirtschaftliche Nutzung schmälern mehr denn je den natürlichen Lebensraum der Tiere. Umso mehr wird die massive Vermehrung des Schwarzwilds für die Menschen zu einer großen Herausforderung. Landwirte beklagen die durch Wildschwein-Rotten angerichteten Schäden auf den Feldern. Auch in die Außenbezirke der Städte dringen die Tiere mehr und mehr ein. „Doch um die Tiere besser kennenzulernen und zu verstehen“, so Regisseurin Astrid Miller, „war es uns vor allem wichtig, unseren Fokus auf ihre natürlichen Lebensräume zu legen. Und das ist – wie schon seit Urzeiten – der Wald. Dort habe ich sie als flexibel und äußerst lern- und widerstandsfähig erlebt.“ Die männlichen Wildschweine gehören zu den größten Waldbewohnern Europas. Sie wirken nach außen hin schwerfällig und plump, sind aber wendige Tiere, die immer neue Lebensräume erobern und sich auch vor den kalten Wintern in den Bergen nicht abschrecken lassen. Im polnischen Nationalpark Białowieża befindet sich der letzte Tiefland-Urwald Europas: Bäume, die mehr als 600 Jahre alt sind, und Baumkronen, die bis zu 50 Meter in den Himmel ragen. Zu ihren Füßen eine überwältigende Pflanzenvielfalt. Ein Wald, wie es vor vielen hundert Jahren in Europa viele gegeben hat, bevor der Mensch die Wildnis kultivierte. In dieser natürlichen Umgebung gelten Wildschweine nicht als Zerstörer und Plage; hier sind sie Teil des Waldes und tragen zu seiner Vielfalt bei. Mit ihrer robusten Nase und ihren scharfen Eckzähnen graben sie die Erde um und setzen einen wichtigen biologischen Kreislauf in Gang: Im aufgebrochenen und umgepflügten Boden leben kleine Lebewesen – eine wichtige Nahrungsquelle für andere Waldbewohner, wie etwa das Rotkehlchen. Die größten Lebewesen im polnischen Nationalpark sind die imposanten Wisente mit einer Schulterhöhe von bis zu zwei Metern. Für die Wildschweine sind sie keine Gefahr. Ganz anders verhält es sich mit einem anderen Waldbewohner: dem Wolf. Mit dem Urfeind des Schwarzwilds ist nicht zu spaßen. Vor allem, wenn er einzelne Wildschweine im Rudel attackiert. Dann geht es manchmal um Leben oder Tod, wie die „Universum“-Produktion dokumentiert.

Mittwoch, 18. Januar

3sat, 4.55 Uhr
Jagdkumpane – Wie der Hund auf den Menschen kam
Es begann vor mehr als 30 000 Jahren: Früher als alle anderen Nutztiere wurde der Hund zum Haustier domestiziert. Der Mensch wollte den Hund, weil er ihm bei der Jagd helfen konnte. Oft hing das Überleben der Menschen tatsächlich vom gemeinsamen Jagdglück ab. Die Jagd hat Hund und Mensch zusammengeschweißt. Heute soll der Hund seinen Jagdtrieb fast gänzlich ablegen und stattdessen Kind und Partner ersetzen. Der Hund tut, was seit Jahrtausenden von ihm erwartet wird: Er passt sich an – doch nicht immer ohne Zwischenfälle. Denn Hund sein heißt, Jäger sein. Die Dokumentation zeichnet die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Hund nach.

3sat, 10.20 Uhr
Kitz & Co. – Die Kunst des Verschwindens
Viele Wildtiere wie Feldhase oder Rehkitz harren völlig unbewegt aus, wenn Menschen oder andere Tiere in ihre Nähe geraten – Teil einer ihren angeborenen Überlebensstrategie. Wesentlich ist bei allen „Verschwindungskünstlern“ eine Kombination aus Tarnfarbe und starrem Liegeverhalten am Boden. Der Film begleitet das Heranwachsen eines jungen Rehs und zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen. Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden sie, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift und erwachsene Wildschweine nicht? Diesen und anderen Fragen geht der Film nach.

3sat, 11.05 Uhr
Wildschweine – Das Comeback
Sie wurden gejagt und abgeschlachtet, in vielen Regionen Europas waren sie vertrieben oder ausgerottet. Doch die Wildschweine sind zurück. Ihre Waffen: Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und äußerst scharfe Sinne. Letztendlich haben Wildschweine die exzessivsten Treibjagden Europas überlebt und fühlen sich mittlerweile in den europäischen Wäldern wieder heimisch. Dies ist die Geschichte eines eindrucksvollen Comebacks, einer Spurensuche quer durch Europa, die Geschichte des „Erfolgsmodells Wildschwein“.

Donnerstag, 19. Januar

Bayerisches Fernsehen, 10.50 Uhr
Welt der Tiere
Kleiner Tiger in bayerischen Wäldern
Es ist noch nicht lange her, da waren Wildkatzen weit verbreitet in Europa. Heute sind sie fast überall verschwunden. Doch es gibt sie noch. Nur bekommt kaum jemand sie zu Gesicht. Kleine Populationen von Wildkatzen gibt es in Bayern, Thüringen und Hessen, aber es ist fraglich, ob sie das Überleben der reinrassigen Wildkatze bei uns sichern können. Und ob es überhaupt eine Chance in unseren dicht besiedelten und von Autobahnen zerschnittenen Landschaften gibt, diese kleinen Bestände wieder miteinander zu verbinden. Genau dies hat sich ein bundesländerübergreifendes Projekt zur Rettung der Wildkatze vorgenommen. Das Ziel: die Vernetzung der verinselten Wildkatzenlebensräume in Bayern, Hessen und Thüringen und die genetische Überprüfung der Wildkatzen. Es soll ein grünes Netz entstehen, das nicht an Ländergrenzen haltmacht. Holzpflöcke mit Ködern aus Baldrian und Katzenminze locken Wildkatzen an. Die Katzen reiben sich an den Stöcken, es bleiben Haare am rauen Holz hängen. So kann man mit einem Gentest feststellen, wo reinrassige Wildkatzen noch vorkommen. Außerdem lässt sich genau prüfen, ob Lebensraumvernetzungen tatsächlich von Wildkatzen genutzt werden.

Freitag, 20. Januar

3sat, 11.05 Uhr
Leben mit dem Wolf – Zwischen Angst, Wut und Verzweiflung
Seit Jahren sorgt der Wolf in der Schweiz für heftige Diskussionen. Vor allem in den Bergregionen ist das Raubtier ein Dauerthema und Auslöser für Angst, Wut und Verzweiflung. Livio Chistell fängt die Emotionen in seinem Heimatkanton Graubünden ein.

Mittwoch, 25. Januar

Bayerisches Fernsehen, 11.20 Uhr
Abenteuer Wildnis
Der Schwarzwald in Kanada
Im kanadischen British Columbia hat der Deutsche Herzog Carl von Württemberg vor über 40 Jahren ein 55.000 Hektar großes Gebiet gekauft, nach seinem Heimatgebirge „Darkwoods“, Schwarzwald, getauft und die einsame Region nachhaltig bewirtschaftet. Im kanadischen British Columbia gibt es ein 55.000 Hektar großes Gebiet, das „Darkwoods“ getauft wurde, nach seinem Heimatgebirge Schwarzwald. Der Deutsche Herzog Carl von Württemberg hat es vor über 40 Jahren gekauft. Bis heute leben hier die extrem seltenen Waldkaribus, Grizzlys und Wölfe, aber auch besondere Vögel. Vor wenigen Jahren ist das Gebiet wieder an einen kanadischen Besitzer zurückgegangen, an die Umweltschutzorganisation Nature Conservancy Canada (NCC). Sie möchte Darkwoods mit seiner besonderen Flora und Fauna nicht nur erhalten, sondern zu einer Vorzeigeregion Kanadas machen. Hilfe bekommt die Organisation durch Garry, den Stream Keeper, Cory, die Fledermausforscherin, Adrian, den Botaniker, und Leo, den Karibuforscher. Angelika Sigl und Karl Teuschl nehmen in ihrem Film die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in den unwegsamen, ursprünglichen Schwarzwald Kanadas und zeigen seine unvergleichliche Natur zu allen Jahreszeiten – Kanada, wie es heute kaum noch existiert.

Samstag, 28. Januar

3sat, 11.30 Uhr
Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno
Fernsehfilm, Österreich/Deutschland 2008
Tirol und Bayern sind in Aufruhr: Braunbär Bruno geht um, und alle machen Jagd auf ihn. Bärenexperte Wolfgruber und Tierparkdirektor Rettensteiner wollen ihn fangen, andere ihn retten. Bruno wird zum Medienstar und zum Politikum. Während die Bärenschützer alle Register ziehen, um Bruno anzulocken, wartet die Jägerschaft bereits mit dem Finger am Abzug auf den Schießbefehl. „Der Bär ist los!“ ist eine turbulente Filmsatire, prominent besetzt mit Harald Krassnitzer, Fritz Karl und Nadeshda Brennicke und inspiriert vom Fall des authentischen „Problembären“ Bruno, der 2006 im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern für Aufsehen sorgte und letztendlich geschossen wurde.

Sonntag, 29. Januar

Bayerisches Fernsehen, 19.15 Uhr
Unter unserem Himmel
Der Forstenrieder Park
Vom Winter zum Sommer
Der Forstenrieder Park hat sich in den letzten 100 Jahren von der Jagdlandschaft der Wittelsbacher zum Münchner Naherholungsgebiet entwickelt. Filmautor Martin Weinhart und sein Kamerateam haben die Menschen begleitet, die dort arbeiten. Der Forstenrieder Park diente jahrhundertelang dem exklusiven Jagdvergnügen der bayerischen Herzöge und Könige. 1918, wenige Tage vor der Revolution in Bayern, erlegte König Ludwig III. dort den letzten Königshirsch. Im Lauf der Zeit wurde die Jagdlandschaft der Wittelsbacher zum Münchner Naherholungsgebiet. Doch der riesige Park am Rande der Großstadt war oftmals von Zerschneidung und Zerstörung bedroht: Umgehungsautobahnen, Großflughäfen, Gewerbe- und Wohngebiete waren hier geplant und manche dieser Pläne sind bis heute nicht vom Tisch. Es ist dem Engagement von Vereinen, Bürgern und Naturfreunden zu verdanken, dass es diesen großen Park im Süden von München bis heute gibt. Filmautor Martin Weinhart zeichnet das Bemühen um die Erhaltung dieser Waldlandschaft nach und zeigt deren vielfältige Nutzung vom Winter bis in den Sommer. Alexander Mania ist seit über 40 Jahren Berufsjäger im Wildpark. Seine Aufgabe besteht darin, das scheue Rot- und Schwarzwild für die Besucher sichtbar zu machen. Andererseits muss er für den behördlich vorgegebenen Abschuss sorgen, keine leichte Aufgabe in einem stark frequentierten Erholungsgebiet. Ganz andere Aufgaben hat der Revierförster des Parks, Andreas Wallner. Er hat hauptsächlich mit der Bekämpfung des Borkenkäfers zu tun, der die anfälligen Fichtenbestände der Münchner Schotterebene gefährdet. Darüber hinaus gilt sein besonderes Augenmerk vom Aussterben bedrohten Amphibien und dem seltenen Schwarzspecht, denen im Park optimale Lebensbedingungen geboten werden. Für die Weiterentwicklung der Landschaft im Forstenrieder Park hin zu laubholzreichen Mischwäldern ist Wilhelm Seerieder als Chef der Münchner Forstbetriebe verantwortlich. Er führt durch den Eichelgarten, eine ehemalige Hutelandschaft für Schweine und Rinder. Jaques Volland engagiert sich im Verein „Freunde des Forstenrieder Parks“. Der studierte Forstwissenschaftler und Historiker zeigt Stellen, an denen die Geschichte des Münchner Hirschjagdparks deutlich wird: alte Eichenalleen, Jagdsterne und die Diensthütte aus dem 19. Jahrhundert. Dieser von außen unscheinbare Zweckbau entpuppt kleine Schätze in seinen Innenräumen: Außergewöhnliche historische Wandmalereien, die jagdliche Szenen darstellen.