In den Medien

In den Medien

Montag, 1. Juni

tagesschau24, 6.00 Uhr
Wölfe – Schützen oder Schießen?

Die Wölfe sind zurückgekehrt und breiten sich in Deutschland aus. Ob in Niedersachsen, Sachsen oder jüngst in Nordrhein-Westfalen, allerorten werden die Raubtiere gesichtet. Derzeit gibt es 73 Rudel sowie 29 Paare, insgesamt etwa 800 Tiere – und immer mal wieder Begegnungen zwischen Mensch und Wolf. Schäfer beklagen Verluste, Dorfbewohner fürchten um ihre Kinder, Politiker von CDU, SPD, FDP und AfD schlagen Alarm und fordern inzwischen den Abschuss von Wölfen und eine Obergrenze für ihren Bestand. Alles nur Hysterie? Oder geht von Wölfen tatsächlich eine Bedrohung aus? Stimmt der Eindruck, dass sich Wölfe in Deutschland unkontrolliert ausbreiten und eine Gefahr darstellen? Monatelang hat Filmautor Herbert Ostwald mit Wolfsforschern, Bürgermeistern, Dorfbewohnern, Tierfilmern und Schäfern gesprochen, um Antworten zu bekommen. Seine Recherchen zeigen ein wesentlich differenzierteres Bild, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.

Dienstag, 2. Juni

Bayerisches Fernsehen, 10.20 Uhr
Wildschweine – Dicke Schwarte, kluger Kopf

Kaum ein heimisches Wildtier ist so intelligent und anpassungsfähig, hat eine so feine Nase, ein so gutes Gehör und einen so ausgeprägten Familiensinn wie das Wildschwein. Diese Naturfilmdokumentation gibt anrührende und spannende Einblicke in das Familienleben des Schwarzwilds. Ein spannender filmischer Blick in das Familienleben von Schwarzwild. Beeindruckende Zeitlupenaufnahmen zeigen, wie sich die mächtigen Keiler, die bis zu 200 Kilogramm wiegen, während der Paarungszeit heftige Kämpfe um die Bachen liefern. Ihnen gegenüber benehmen sich die Keiler allerdings als Gentlemen: Ist eine Bache noch nicht paarungsbereit, bedrängen sie sie nicht etwa, sondern versuchen ihr Glück kurzerhand bei der nächsten. Die Bachen sind eingefleischte „alleinerziehende“ Mütter. Sie tun sich bei der Aufzucht ihrer zahlreichen und äußerst unternehmungslustigen Frischlinge zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Ein höchst erfolgreiches Konzept, wie der seit Jahren steigende Wildschweinbestand beweist. Die Filmautorin begleitet die klugen Tiere durch das Jahr und gibt spannende und amüsante Einblicke in das tägliche Leben der kräftigen Borstentiere. Sie zeigt, wie die Allesfresser mit ihrer feinen Nase selbst unter Wasser oder unter einer hohen Schneedecke Nahrung aufspüren, wie sie zentnerschwere Baumstämme wegräumen, um ihrem Nachwuchs Leckerbissen zu verschaffen, und dass sie Giftpflanzen wie den Fingerhut zielsicher links liegen lassen. Wildschweine haben alles, was zum Überleben wichtig ist: Sie sind sozial, intelligent und sehr kommunikativ. Vor allem aber sind sie lernfähig und deshalb die heimlichen Herrscher des Waldes.

Mittwoch, 3. Juni

3sat, 20.15 Uhr
Rabiat: Auf der Jagd

Zur Jagd gibt es viele kontroverse Meinungen: Freizeitspaß beim Schießen, Töten und Zerwirken von Wildtieren versus aktiver Naturschutz mit Hingabe und verantwortungsvoller Fleischgenuss. Waidsmannheil oder lieber nicht? Katja Döhne besucht eine Familie mit Jagdhaus, einen Wildtiermetzger mit gläsernem Betrieb und Jagd-Kritiker wie den Philosophen Richard David Precht. Fühlt es sich richtig an, Tiere in freier Wildbahn zu schießen? Diese entscheidende Frage möchte Filmemacherin Katja Döhne beantworten – und nimmt dafür auch selbst die Flinte und das Messer in die Hand. Mit aller Kraft versucht der Jäger, das Messer durch das Becken des geschossenen Rehbocks zu rammen, aber er kommt nicht voran. Es ist schon spät und dunkel im Wald, nur die Scheinwerfer des Pick-up-Trucks strahlen das tote Tier und die beiden Jäger an. Einer von ihnen hat „Waidmannsheil“ auf den Unterarm tätowiert. „Der Bock war älter als gedacht. Je älter, desto mehr ist der Beckenknochen hinten drin verwachsen“, sagt Jäger Max Götzfried. Deshalb ist das Aufbrechen des Tieres auch schwieriger. Sein Jagd-Kumpel zieht durch: Ein langer Schnitt hoch bis zur Kehle, dann holt er alle Eingeweide auf einmal aus dem Reh heraus. Waidmannsheil. Jäger sein: Die einen sagen, das sei aktiver Naturschutz, Ausdruck einer tiefen, ehrlichen Liebe zum Wild, ein Akt des Respekts vor Fleisch und Tier. Das Schießen sei nur ein kleiner Teil des großen Ganzen. Kritiker dagegen halten diese Argumentation für mindestens widersprüchlich, manche nennen sie verlogen. Für sie ist die Jagd ein blutiges Freizeitvergnügen, ausgeübt von empathielosen Hobbyjägern, die vor allem aus einem Grund Tiere schießen: Weil es ihnen Spaß macht. Jagd-Gegner wie Richard David Precht kritisieren unter anderem die geläufige Argumentation „Der Mensch hat nun mal einen Jagdtrieb“ als eine längst überholte Meinung. Er findet es moralisch schwierig, ein Tier als Freizeitjäger freudig erregt zu beobachten, um es dann aus dem Hinterhalt abzuschießen. Die Jagd polarisiert, sie regt viele auf. Gleichzeitig gewinnt sie immer mehr Anhänger. Mittlerweile haben über 380 000 Menschen in Deutschland den Jagdschein, so viele wie nie zuvor. Woher kommt dieser Anstieg? Wie schwierig ist es, einen Jagdschein zu erlangen? Und welche Argumente sind bei genauerem Hinsehen überzeugender – die der Jäger oder die der Kritiker? Um dem Thema möglichst nahe zu kommen, will Autorin Katja Döhne selbst den Jagdschein machen. Jagdschulen mit Crash-Kurs-Angeboten gibt es mittlerweile zuhauf. In einem Drei-Wochen-Intensivkurs im Wendland bereitet sich Katja Döhne auf die Jagdprüfung vor. Ob die Vorbereitung für das „Grüne Abitur“ in so kurzer Zeit zu schaffen ist? Auf ihrem Weg trifft die Autorin Menschen, die sich ein Leben ohne Jagd nicht vorstellen können. Familie Götzfried aus Frankfurt lädt in ihr Jagdhaus ein. Vater Roderich jagt seit 60 Jahren. Auch sein Sohn Max ist vom Jagdfieber gepackt, genau wie dessen Lebensgefährtin. Im Jagdhaus der Familie, bei einem gemeinsamen Ansitz und beim Zerwirken einer geschossenen Sau, erzählen die Götzfrieds von ihrer Leidenschaft für die Jagd, von ihren Beweggründen und ihrem Umgang mit der wachsenden Kritik. „Früher hatten die Leute mehr Respekt vor uns“, sagt Roderich Götzfried. Heute gebe es immer mehr Auseinandersetzungen im Revier, mit kritischen Spaziergängern und anderen Jagd-Gegnern zum Beispiel. Viele sehen die Jagd auch als nachhaltige Alternative zum Kauf von Billigfleisch aus der Massentierhaltung. Sich sein eigenes Fleisch zu erjagen, das Tier eigenhändig aufzubrechen und später das selbst geschossene Fleisch zu essen: Verantwortungsvoller kann man Fleisch gar nicht konsumieren, oder? Der ausgebildete Berufsjäger und Metzger Mark Junglas kämpft für einen bewussten Fleischkonsum auch bei Nicht-Jägern: In seiner Gläsernen Metzgerei in Köln können die Kunden dabei zusehen, wie aus dem toten Wild Wurst gemacht wird. Von der Jagd als Freizeitbeschäftigung hält Junglas zwar nicht mehr viel. Aber wenn schon Fleisch essen, dann ist Wild eine tiergerechte Alternative, meint er – solange es von vernünftigen Jägern geschossen wird. Katja Döhne begegnet auf ihrer Reise vielen Menschen mit kontroversen Meinungen. Ob sie ihre Frage „Fühlt es sich für mich richtig an, Tiere in freier Wildbahn zu schießen?“ beantworten kann?

Donnerstag, 4. Juni

3sat, 11.00 Uhr
Der listige Jäger aus dem Wallis

Michel Fournier, genannt „Der Räuber“, ist ein bisschen Rebell, vom Typ her Beduine mit schwarzen Augen und schnellem Messer. Der Wildhüter liebt Natur und Tiere seiner Walliser Bergwelt. Die Pfeife verschwindet halb unter einem mächtigen Schnauzbart und dahinter ein Mann mit listig wachen Augen. Seine Glücksmomente findet er in den Augen von Freunden und Besuchern, die beim Anblick der imposanten Bergwelt strahlen. Ganz besonders in der Zeit der Zwischensaison, im Frühling und Herbst, wenn die Touristen fehlen und die Gämse und Hirsche auf der Suche nach Nahrung bis ins Tal und zu den Dörfern kommen, herrscht eine Ruhe und Stille, die schon beinahe unwirklich scheint. Michel hat als Philanthrop viele Freunde. Einer davon ist Steve, der Wildhüter des Tales, der Michel auch mal bittet, wenn er Hilfe braucht bei der Bergung eines verstorbenen Tieres. Manchmal sterben allerdings auch Tiere, ohne dass der Wildhüter es erfährt – aber das ist eine andere Geschichte. Man lebt und lässt leben im abgelegenen Walliser Seitental „Val de Réchy“.

Samstag, 6. Juni

rbb fernsehen, 15.35 Uhr
Die Wahrheit über … Wölfe

Sie lösen Faszination oder Angst aus: Wölfe. In Rudeln streifen sie seit fast zwei Jahrzehnten wieder durch unsere Wälder. Gesehen werden sie jedoch in freier Natur selten. Sven Oswald möchte herausfinden, was den Wolf so besonders macht. Ist ein Wolf wirklich zähmbar? Was unterscheidet ihn heute vom Hund? Sven Oswald möchte herausfinden, was den Wolf so besonders macht. Bei einem Filmtiertrainer kann der Moderator zum ersten Mal hautnah Kontakt zu den eigentlich menschenscheuen Tieren aufnehmen. Reporterin Annika Klügel erforscht Spuren von Wölfen in der Lieberoser Heide. Wie kann das Zusammenleben von Menschen mit einem Wolfsrudel gelingen? Während Naturschützer begeistert sind, haben Bauern und Schäfer Probleme mit dem Raubtier in ihrer Nähe. Warum gilt der Wolf noch immer als Sinnbild des Bösen, obwohl er ein sehr soziales Tier ist?

rbb fernsehen, 16.20 Uhr
Wildes Deutschland
Die Lausitz

Weit im Südosten Deutschlands liegt das kleine Land der tausend Teiche – die Lausitz, eine Region voller Gegensätze. Sie beherbergt seltene Tierarten in paradiesischen Teichlandschaften. In der beschaulichen Teichlausitz leben seltene Tiere wie Fischotter oder die sonderbare Rohrdommel; in den Bruchwäldern ziehen sogar Elche wieder ihre Kälber groß. Nur wenige Kilometer entfernt gleicht die Lausitz einer Mondlandschaft. Jahrzehntelanger Braunkohletagebau hat in der Lausitz riesige Abraumhalden und Bergbauseen hinterlassen. Doch die Natur zwischen Brandenburg und Sachsen kehrt zurück: Wolfsrudel und Rothirsche durchstreifen Truppenübungsplätze. Farbenfrohe Wiedehopfe und Bienenfresser erobern Rekultivierungsflächen. Wenn es Frühling wird, erfüllen seltsame Laute die Wasserwelt der Teichlausitz: Balzrufe der äußerst seltenen Rohrdommel. Nicht nur die Teichlausitz bietet Wildtieren wertvollen Rückzugsraum – selbst dorthin, wo der Tagebau die Landschaft extrem verändert hat, kehren Neusiedler wie Bienenfresser und Wiedehopfe zurück. Deutschlands „neue“ Wölfe, eingewandert aus Polen, haben auf den Manöverplätzen Fuß gefasst. Wo Wasser ist, fühlen sich auch Waschbären und Marderhunde wohl – beide stammen ursprünglich nicht aus Europa, gehören mittlerweile jedoch zur Lausitzer Tierwelt.

Sonntag, 7. Juni

3sat, 5.05 Uhr
Mission Arche Noah
In der Wüste

Die Arabische Oryx, eine begehrte Antilopenart, war durch Jagd bereits ausgestorben. In einem Reservat in Abu Dhabi widmet man sich erfolgreich der Nachzucht und Auswilderung der Tiere. Spitzmaulnashörner hingegen sind akut vom Aussterben bedroht. Die traditionelle Jagd auf Kamelen und mit einfachen Gewehren machte den Beständen nichts aus – doch die schnellen Jeeps und automatischen Gewehre der „Neuzeit“ machten den Tieren den Garaus. Vor allem die illegale Jagd gefährdet das Überleben aller Nashornarten. In der asiatischen Medizin gilt ihr Horn als Wunderheilmittel und wird teuer gehandelt. In Botsuana versucht man die Wiederansiedlung der Tiere. Die Reihe begleitet Artenschützer, die bis in den entlegensten Winkeln der Erde daran arbeiten, bedrohte Tierarten zu erforschen und zu erhalten.

3sat, 19.10 Uhr
Wir und das Tier – verehrt oder verzehrt

Warum essen wir die einen Tiere und lieben die anderen? Während Hunde und Katzen oft als Familienersatz dienen, haben Schweine und Rinder meist einen anderen Stellenwert. Wir behandeln sie wie Dinge und beuten sie aus. Ist dieser Widerspruch moralisch vertretbar? Immer mehr Menschen sagen „nein“. Ein „NZZ Format“ über geliebte Hunde, glückliche Schweine, den widersprüchlichen Menschen und wie die Kuh würdevoll ein Ende findet. Nicht nur Tierethiker und Tierschützer, auch Landwirte und verantwortungsvolle Konsumenten stellen sich die Frage: Wie soll artgemäße Tierhaltung und ethisch vertretbarer Fleischkonsum aussehen?

Mittwoch, 10. Juni

3sat, 13.20 Uhr
Wilde Miezen
Katzen allein unterwegs

Katzen sind das beliebteste Haustier in Europa, allein in Deutschland leben zwölf Millionen Katzen. Und dennoch: Kaum jemand weiß, wie sie leben, sobald sie das heimische Grundstück verlassen. Wohin gehen sie? Was treibt die Katzen an? In der Dokumentation „Wilde Miezen“ wird eindrücklich erlebbar, dass so mancher Stubentiger ein Doppelleben führt und in der Dämmerung ungeahnte Raubtierinstinkte in den Schmusetieren erwachen. Als Freigänger erleben die Katzen Abenteuer, von denen ihre Halter nichts ahnen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Katzenforscherin, die sich in Weimar, der Katzenhochburg Deutschlands, auf Spurensuche in die heimliche Welt der Katzen macht. Denn hier in Weimar leben 65 000 Menschen und geschätzte 10 000 Katzen. Ihr Experiment ist dabei ebenso effektiv wie leicht verständlich: Mit modernster Technik, mit GPS-Katzenhalsbändern und speziell entwickelten Kameras, folgt die Katzenforscherin den Tieren auf ihren Streifzügen in freier Wildbahn. Das GPS-Signal sendet dabei im Minutentakt den Aufenthaltsort der Katze und entwickelt damit einen lückenlosen Bewegungspfad, der auch nachts die Aktivitäten der Katze darstellt. Damit die Untersuchung auch repräsentativ ist, wählt die Forscherin ein breites Spektrum von Katzen aus: junge und ältere Katzen werden von ihr genauso beobachtet wie freche oder scheue Tiere. Schon innerhalb einer Woche erhält die Katzenforscherin damit gleich Zehntausende Daten zur Auswertung. Sie kartiert und entschlüsselt die unbekannten Wege und entdeckt verborgene Lieblingsplätze. Aber vor allem stellt sich heraus, dass Katzen auch eigene Reviere haben, in denen sie angegriffen werden und die sie verteidigen. So kommt die Dokumentation dem Wesen und der Faszination dieser beliebten Tiere ein Stück näher.

3sat, 15.00 Uhr
Die klugen Schwarzen – Rabenvögel

Rabenvögel werden aufgrund ihrer enormen Intelligenz auch als „fliegende Schimpansen“ bezeichnet. Doch die klugen schwarzen Vögel sind bei den meisten Menschen nicht sonderlich beliebt. Selbst der Elster geht es nicht besser, obwohl sie kein rein schwarzes Federkleid besitzt. Eigentlich sind Rabenvögel eher scheu. Trotzdem halten sich Saatkrähe, Rabenkrähe oder Elster gerne in der Nähe von Menschen auf. Und damit beginnen die Probleme. Die einen klagen über den Kot und das laute Gekrächze, die anderen darüber, dass angeblich in den Gärten jedes Singvogelnest ausgeräubert wird. Ein friedliches Miteinander erscheint kaum möglich. Es wird viel unternommen, um die krächzenden Anwohner wieder loszuwerden. Doch meist hat der Mensch selbst die Grundlage für die entstandenen Konflikte gelegt. Eine intensive Landwirtschaft, die Rodung von Hecken und Feldgehölzen sowie die Jagd auf Rabenvögel haben den Lebensraum Feldflur in weiten Teilen unattraktiv werden lassen. Deshalb haben viele Rabenvögel ihren klassischen Lebensraum verlassen und siedeln jetzt in den Städten. Der Film zeigt an Beispielen, warum Rabenvögel die Nähe der Menschen suchen und was diese so alles anstellen, um die schlauen Tiere von sich fernzuhalten. Die Reaktion der Vögel ist aber nicht immer so, wie es sich die Menschen vorstellen. Was steckt hinter den Vorurteilen, mit denen Rabenvögel konfrontiert werden? Auch auf diese Frage geht der Film ein.

Samstag, 13. Juni

hr fernsehen, 21.45 Uhr
Expeditionen ins Tierreich
Wildes Niedersachsen

Niedersachsen ist nicht nur das größte Bundesland in Norddeutschland, besonders groß sind hier auch die Artenvielfalt und die Natur. Kein anderer Teil Deutschlands vereint so viele unterschiedliche Landschaften und Naturschätze wie Niedersachsen, hat so viel Abwechslung zu bieten, vom Wattenmeer an der Nordseeküste, über die Wiesen und Moore bis hin zur Berglandschaft. Niedersachsen beginnt in Ostfriesland, wo das Wattenmeer auf die kilometerlangen Sandstände trifft. Weiter im Landesinneren liegt im Oldenburger Land der Hasbruch, ein Urwald, in dem die alten Eichen teilweise schon über 1.000 Jahre stehen. Hier finden die seltenen Schwarzspechte genügend Lebensraum und Nahrung. In der Nähe von Osnabrück finden Feuersalamander und Erdkröten reichlich Platz um in den naturnahen Bächen zu laichen. Ein eher ungewöhnliches Bild liefert dagegen das Emsland. Riesige Schiffe bewegen sich auf ihrem Weg von der Meyer Werft in Papenburg in die Weltmeere durch die schmale Ems. An einem Nebenarm der Ems ist es dagegen deutlich ruhiger. Hier lebt der Biber, das größte Nagetier Europas. Von all dem bekommt eine junge Fuchsfamilie noch nichts mit. In der Stille ihrer Höhle hat eine junge Fähe sechs Welpen zur Welt gebracht. In den nächsten Monaten muss sie die Kleinen an ein Leben in der Wildnis gewöhnen. Zwischen Celle und Munster, Uelzen und Winsen liegt der Naturpark Südheide, mehr als doppelt so groß wie Hannover. Dort sind die klaren Bäche von seltenen Tieren wie dem Fischotter oder dem Schwarzstorch bewohnt. Denn in dem sauberen Wasser können viele Fische und Muscheln überleben, die in anderen Regionen deutlich seltener geworden sind. Etwa 30 Kilometer nordöstlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover liegt das Steinhuder Meer. Dort führen die Haubentaucher während der Paarungszeit ihren sogenannten „Pinguintanz“ auf. Aus allen Teilen Niedersachsens kommen im Sommer Badegäste und Segler an die Ufer des Steinhuder Meers. Im Süden Niedersachsens liegt das Weserbergland. Wo Werra und Fulda zusammenfließen, bildet sich die Weser. In einem stillgelegten Steinbruch, fernab der kleinen Städte der Weserrenaissance, zieht ein Uhu-Paar seine beiden Küken groß. Im Solling dagegen brütet eine deutlich kleinere Eulenart, der Sperlingskauz. Er ist kaum größer als seine Beutetiere. Seine Küken haben gute Überlebenschancen, denn seine Nahrung besteht vor allem aus Singvögeln. Somit sind Sperlingskauze bei der Jagd nicht von guten Mäusejahren abhängig. Im Harz wird es langsam herbstlich. Hier versucht ein Luchsweibchen, seinen Wurf durch den Winter zu bringen. Ein großer Erfolg für den Naturschutz in dieser Region ist es, dass die scheue Wildkatze hier überhaupt Nachwuchs zur Welt bringt Nach der Brunft der majestätischen Rothirsche setzt der erste Schnee ein. Kurze Zeit später sind aus den Bäumen der Bergwälder bizarre Gestalten geworden. Hier geht der Film über ein Jahr in Niedersachsen zu Ende.

Sonntag, 14. Juni

Das Erste (ARD), 13.15 Uhr
Seeadler – Der Vogel Phönix

Der Lebensraum der Seeadler erstreckt sich bis weit in den Norden unseres Kontinents. Bis zu sieben Kilogramm Gewicht, Flügel, die fast zweieinhalb Meter spannen und zwei muskulöse Fänge mit nadelspitzen Krallen – der Seeadler ist perfekt für das Jagen ausgestattet und gilt deshalb als Sinnbild für Macht und Stärke. Hoch im Norden Europas finden die majestätischen Vögel alles, was sie zum Leben brauchen: Wälder, Seen und Sümpfe im Wechsel, kaum Landwirtschaft und wenig Menschen. Aber auch bei uns in Deutschlands sind mittlerweile wieder mehr als 700 Seeadlerreviere besetzt – eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. „Seeadler – Der Vogel Phönix“ präsentiert die verschiedenen Lebensräume, in denen der Seeadler in Europa heimisch ist. Der Film zeigt spektakuläre Bilder, etwa von den norwegischen Lofoten, wo die Adler mit den Orcas und Buckelwalen ziehen und von deren Jagderfolg profitieren. Oder aus den Mooren Finnlands, wo die Seeadler die Nähe zu Wolf und Bär suchen, denn auch hier profitiert der Seeadler von dem Jagdglück anderer. Bei uns in Deutschland leben die meisten Seeadler im gewässerreichen Nordosten der Republik. Der Film begleitet unter anderem die Adler, die zu Fuß auf einer von hunderten Kormoranen besiedelten Insel unterwegs sind, um dort die „Babynahrung“ der Kormoran-Küken abzustauben. Wie so oft profitiert der Adler vom Erfolg seiner Nachbarn. Dank engagierter Naturschützer, Förster und Jäger, brüten in unseren Wäldern noch nie so viele Seeadler wie heute. Die Zeiten, in denen Adler als Schädlinge betrachtet wurden sind endgültig vorbei. Andere Bedrohungen, wie die bleihaltige Jagdmunition, sind überschaubar. Damit ist die Rückkehr des Seeadlers ein Vorzeigeprojekt des Artenschutzes.

Dienstag, 16. Juni

Bayerisches Fernsehen, 10.20 Uhr
Die Rückkehr der Wanderfalken

Der Wanderfalke gilt als der schnellste Vogel der Erde. Mitte der 1970er-Jahre war der pfeilschnelle Greifvogel nahezu in ganz Deutschland ausgestorben und auch in vielen Ländern Europas. Lediglich in Süddeutschland konnten sich wenige Brutpaare behaupten. Als Ursache wurden DDT und andere Pestizide erkannt, die in der Nahrungskette landeten. Als Folge legten die Vögel nur noch dünnschalige Eier, die während der Brut zerbrachen. Im Film wird die spannende Geschichte der Rückkehr der Wanderfalken in Deutschland dokumentiert, wie sie Schritt für Schritt ihr altes Territorium zurückerobern. Der sehr scheue Greifvogel wurde zu einem raffinierten Überlebenskünstler. Mit neuem Erfolgsrezept schafft es der Wanderfalke mit cleveren Strategien Stadt und Land wieder zu besiedeln und auch neue Regionen, wie das Wattenmeer, für sich zu erobern. Von seinem letzten Brutgebiet auf der Schwäbischen Alb expandiert der Wanderfalke in andere Bundesländer: Rheinland Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg bis hin nach Ostdeutschland. Die Rückeroberung Deutschlands aus der Vogelperspektive macht den Film zu einem besonderen Naturgenuss. Den Filmemachern Dietmar Nill, Klaus Weissmann und Brian McClatchy ist ein spannendes, informatives und einmaliges Porträt über die Rückkehr unserer Wanderfalken in Deutschland gelungen. Ohne den unermüdlichen Einsatz unzähliger Naturfreunde, die sich um die Wiederansiedlung und Horstbetreuung verdient gemacht haben, wäre die Rückkehr der Wanderfalken nicht möglich gewesen.

NDR Fernsehen, 18.15 Uhr
NaturNah: Bodyguards für Schafe

Der Wolf ist zurück in Niedersachsen. Seither sind Nutztiere wie Schafe in Lebensgefahr, denn sie sind Beute des Wolfes. Schäfer Holger Benning hat eine Lösung gefunden, seine Herde zu schützen. Er setzt Kangals, eine Hirtenhunderasse, als Herdenschutzhunde ein. Sie sind die „Security“ für die Schafe. Die uralte Hunderasse ist widerstandsfähig, temperamentvoll, aber nicht unumstritten. Da müssen Holger und seine Frau Nicole Benning auch mal hart durchgreifen. Alle acht Kangalwelpen, die aus einem Wurf stammen, sollen Herdenschützer werden. Doch die Ausbildung zum „Bodyguard“ für Schafe ist lang. Die Kangals müssen schon im Welpenalter viel lernen, zum Beispiel den ersten, unangenehmen Kontakt mit dem Elektrozaun. Und dann steht Unterricht bei einer Schulungsherde an, bei der alte Schafböcke die Lehrer der Hunde sind. Einen Welpen wollen die Bennings im Betrieb als Herdenschützer behalten. Nur welcher ist am besten geeignet? Der Film begleitet die Entwicklung der Kangalwelpen über Monate hinweg, von der Geburt bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie zu ausgewachsenen Herdenschutzhunden geworden sind. Am Ende müssen die Kangals noch eine Prüfung ablegen. Dann zeigt sich, ob sie das Potenzial haben, sich gegen einen Wolf zur Wehr zu setzen

Samstag, 20. Juni

hr fernsehen, 20.15 Uhr
Der mit dem Wald spricht – Unterwegs mit Peter Wohlleben

Peter Wohlleben begrüßt in der dritten Folge Schauspielerin Adele Neuhauser und Moderator und Literaturkritiker Denis Scheck. Gemeinsam erkunden Sie den Naturpark Schönbuch bei Tübingen, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Süddeutschlands. Urwüchsig und schön, aber dennoch ein Kulturwald. Zwei Tage wandern Peter Wohlleben und seine Gäste durch den Wald – inklusive einer Übernachtung im Buchenhain, der einst extra für Kurfürstin Olga angelegt wurde. Doch die Aussicht auf eine Nacht im Schlafsack trifft nicht bei allen auf Begeisterung – besonders Denis Scheck hat sich an ein gutes Buch im Bett vor dem Schlafengehen gewöhnt. Ob er sich doch noch dazu entschließt, die Nacht im Freien zu verbringen? Zumindest wäre er für etwaige nächtliche Zwischenfälle gerüstet – der Schwabe hat kürzlich einen Jagdschein erworben. Schauspielerin Adele Neuhauser hingegen kommt nur in ihrer Rolle als Ermittlerin im Wiener „Tatort“ mit Schusswaffen in Kontakt. Welche Rolle spielen nicht-heimische Baumarten bei Waldbrandgefahr? Wie viele Kleinstlebewesen tummeln sich in einer Handvoll Wald-Erde? Welche Gefahr geht von den vielen Wildschweinen in deutschen Wäldern aus? Diese und andere Fragen klärt Peter Wohlleben dieser unterhaltsamen und spannenden Wanderung zu den Geheimnissen des Waldes.

Sonntag, 21. Juni

ZDF, 18.00 Uhr
ZDF.reportage
Wilde Sau
Grenzschutz gegen Borstenvieh

Wildschweine – hochintelligent und schwer zu fassen. Die Tiere vermehren sich seit Jahren. Jetzt sollen Zäune verhindern, dass Schweine aus Osteuropa nach Deutschland kommen. Doch ob die schlauen Wildtiere sich von solchen Grenzbefestigungen abhalten lassen? Viele glauben: Das Problem lässt sich so allein nicht lösen. Denn Ländergrenzen beeindrucken Schweine kaum. Vor allem aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest soll die Jägerschaft die Schwarzwildbestände dezimieren. Man befürchtet, dass die ansteckende Viruskrankheit auf Hausschweine übertragen wird. Seit die Tierseuche sich bis auf wenige Kilometer von Osteuropa aus der deutschen Grenze genähert hat, ist die Angst bei vielen Bauern groß. Sind ihre Bestände erst mal infiziert, kann Schweinefleisch kaum mehr exportiert werden. Das wäre wohl das Aus für viele landwirtschaftliche Betriebe. Die Bundesländer Bayern, Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen sich mit verschiedenen Zaunbauprojekten schützen und den Übertritt von infizierten Schweinen verhindern. Vorbild ist der Zaun, den Dänemark zu Deutschland gezogen hat. Doch das Schwarzwild sucht sich Umwege, und mancher Zaun wird schlicht umgeworfen oder untergraben. Schwarzwild-Experte Karl-Ernst Brehmer erklärt das intelligente Verhalten so: „Wildschweine sind die Art, die am stärksten von allen Wild-Arten in Mitteleuropa bejagt worden ist. Immer schon. Und das hat sie schlau gemacht.“ So haben sie auch gelernt, sich vortrefflich an unsere Kulturlandschaft anzupassen. Schweine nutzen die riesigen Mais-, Raps-, und Weizenfelder, um sich in bester Deckung neun Monate im Jahr satt zu fressen und sich ungestört zu vermehren. Zudem sorgen milde Winter dafür, dass die Tiere die kalte Jahreszeit besser überstehen. Es seien vor allem menschengemachte Umstände, die zum starken Anstieg der Schweinepopulation beigetragen haben, so die Deutsche Wildtierstiftung. Die „ZDF.reportage“ begibt sich auf die Spur der Schweine im Nordosten der Republik. Der Film erzählt von den dramatischen, aber bisweilen auch komischen Begegnungen mit den Wildschweinen und vom verzweifelten Versuch, die Afrikanische Schweinepest von den deutschen Tierbeständen fernzuhalten.

Montag, 22. Juni

hr fernsehen, 21.00 Uhr
Im Hohen Habichtswald

Im Westen Kassels ragt der Habichtswald auf, ein bewaldeter Höhenzug, in den die Stadt hineingewachsen ist. Der Hohe Habichtswald ist der Hausberg der Kasseler und sozusagen ihr Freizeitwald. Das ganze Jahr über sind sie hier unterwegs, auf Wanderwegen, Radpisten, im Klettergarten. Am Hohen Gras, in über 600 Metern Höhe, läuft im Winter ein Skilift. Hobbyfotografen pirschen sich an Wildschwein, Dachs und Fuchs heran. Ausflugsziele für die ganze Familie sind verschiedene Gasthäuser, die sich meist schon vor vielen Jahren oben am Berg ansiedelten, darunter die älteste Gaststätte, Elfbuchen, die schon 1879 an einem Lieblingsplatz der Kaiserin entstand. Für Revierförster Arnd Kauffeld ist der Habichtswald mehr als der Hausberg, den er seit seiner Kindheit kennt und liebt. Er muss dafür sorgen, dass dort auch genügend Geld erwirtschaftet wird mit Holz- und Wildverkauf. Der Habichtswald nahe der Großstadt war schon immer gezeichnet vom Spannungsfeld zwischen vielen unterschiedlichen Ansprüchen. Steine, Kohle und Holz wurden gebraucht und dem Berg entrissen. Holz wächst nach, doch der Bergbau hinterließ tiefe Wunden, die noch heute sichtbar sind. Die Bauern brauchten Weidegründe für das Vieh, so dass große Weiden angelegt wurden, der Wald wurde dafür gerodet, ebenso für Truppenübungsplätze des Militärs. Geliebt, geschunden und verziert: Die Kasseler schmückten den Hohen Habichtswald vor 300 Jahren mit einem Kunstwerk, das seinesgleichen vergeblich sucht. Der Herkules und die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe sind seit 2013 Weltkulturerbe der UNESCO. Der Film porträtiert den Hohen Habichtswald vom Frühlingserwachen bis zum Weihnachtsbaumverkauf im Winter, von den Veränderungen in landgräflicher Zeit bis zur Adelung durch den Welterbetitel.